Kläranlage soll noch diesen Monat Betrieb aufnehmen

In Schwarzbach soll bald das Abwasser aller Grundstücke zentral geklärt werden. Dafür wurden zwei ursprüngliche Ideen über Bord geworfen.

15 Tonnen am Haken: Die biologische Reinigung wurde gestern früh angeliefert.
Moderne Technik: Viktor Vogt vom Baubetrieb wirft einen Blick in die neue Anlage.

Für Sie berichtet: Thomas Wittig

Mit äußerster Vorsicht ist gestern früh das Herzstück der neuen Schwarzbacher Kläranlage - die 15 Tonnen schwere biologische Reinigung - vom Lkw auf das vorbereitete Betonfundament gehoben worden. Die beiden anderen Bestandteile, Schlammstapelbehälter und Vorklärbecken, sind bereits gebaut. Im Groben müssen nun nur noch die drei Komponenten verbunden werden und losgehen kann der Probebetrieb. Das soll laut Martin Hadyk, Bauleiter beim Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW), noch diesen Monat passieren. Danach wird es rund 6 bis 8 Wochen dauern, bis sich die Mikroorganismen gebildet haben, die letztlich für die Klärung zuständig sind, erläutert Michael Schilling von der Herstellerfirma Veolia. Funktioniert alles, wird die Alt-Anlage abgerissen.

Sie ist in die Jahre und auch an ihre Kapazitätsgrenze gekommen. Diese lag bei 150 sogenannten Einwohnergleichwerten (EGW). Ein EGW ist die Maßeinheit für das durchschnittlich pro Tag erzeugte Abwasser je Einwohner. So fällt etwa in einer Firma mit 100 EGW eine gleich große Abwassermenge an wie bei 100 Einwohnern. Wegen dieser Größenbeschränkung sowie noch fehlender Sammler konnte bislang eben nur ein kleiner Teil des Abwassers in dem Elterleiner Ortsteil über die alte Kläranlage entsorgt werden.

Mit der neuen Anlage ändert sich das. Ihre Kapazität beläuft sich auf 450 EGW. Das reiche für ganz Schwarzbach. Damit auch alle Grundstücke anschließbar sind, wurde durch den ZWW 2016 damit begonnen, überall Abwassersammler zu verlegen. Diese Arbeiten sollen im Oktober beendet werden. "Dann müssen nur noch die Grundstückseigentümer ihre Hausanschlüsse realisieren", sagt Hadyk.

Damit sind zwei ursprüngliche Ideen der Schwarzbacher Abwasserentsorgung verworfen. Diese hätten nach der Wende zunächst eine Entsorgung nach Schwarzenberg beinhaltet, so Hadyk. Allerdings hätten die hohen Kosten der Überleitungskanäle das Projekt wieder in der Schublade verschwinden lassen. Dann habe es vor etwa drei Jahren noch den Plan gegeben, Schwarzbach per Druckleitung an die Kläranlage Elterlein anzuschließen. Aber auch das sei verworfen worden. Mit der jetzigen Lösung könne der Großteil der Grundstücke über freies Gefälle entsorgt werden. Die Kosten für die neue Anlage plus den Abriss der alten sowie die Umfeldgestaltung betragen rund 625.000 Euro, sagt Planer Heiko Reichel.

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