Krankenhaus übt Kritik an Corona-Informationen des Kreises

In den Pressekonferenzen gibt es meist nur Zahlen der kommunalen Kliniken.

Annaberg-Buchholz/Aue.

Wie sieht es in Zeiten von Corona in den Krankenhäusern des Erzgebirgskreises aus? Dieses durchaus berechtigte Interesse der Bevölkerung könnte mit den inzwischen wöchentlich stattfindenden Pressekonferenzen zur aktuellen Lage im Landratsamt befriedigt werden. Genau das aber passiert selten. In der Regel gibt es bei diesen Veranstaltungen nur Zahlen aus den vier in der kommunalen Krankenhausholding des Kreises zusammengeschlossenen Häusern in Annaberg-Buchholz, Stollberg, Zschopau und Olbernhau. Was in den beiden privat geführten Einrichtungen passiert, bleibt im Dunkeln. Das ist nach der jüngsten Pressekonferenz am Mittwoch insbesondere am Helios-Klinikum Aue sauer aufgestoßen.

"Ich finde es sehr schade, dass Herr Vogel in seiner Funktion als Landrat eines großen Erzgebirgskreises bei einem Pressegespräch nur über seine eigenen Kliniken spricht, als wären es die einzigen im Landkreis", sagt Katharina Kurzweg aus dem Bereich Unternehmenskommunikation des Helios-Klinikums Aue. Warum seitens des Kreises so einseitig berichtet wird, ist für sie auch deshalb nicht nachvollziehbar, weil dem Landratsamt alle Zahlen vorliegen. "Wir melden diese Daten täglich an das Landratsamt", so Kurzweg. Das gilt auch für die Kliniken Erlabrunn, wie deren Geschäftsführerin Dr. Constanze Fisch erklärt.

Am Mittwoch stand in dieser Mitteilung des Helios-Klinikums beispielsweise, dass im Haus 22 positiv auf Covid-19 getestete Patienten behandelt werden. Sieben davon befinden sich auf der Intensivstation und müssen beatmet werden. Außerdem gibt es 20 Verdachtsfälle, informiert Kurzweg. Für die Kliniken Erlabrunn wurde am Mittwoch ein bestätigter Coronapatient gemeldet, der auch beatmet wird. Zudem würden fünf Verdachtsfälle betreut.

Für die kommunalen Kliniken teilte Dr. Jürgen Prager mit, dass sich im Stollberger Krankenhaus zwei Patienten auf der Intensivstation befinden und neun mit Verdacht betreut werden. Im Olbernhauer Haus waren Stand Mittwoch drei Corona-Infizierte aufgenommen sowie ein Verdachtsfall. In den Krankenhäusern Annaberg und Zschopau gibt es derzeit keine Corona-Patienten. Zahlen aus den beiden privaten Kliniken gab es bislang nur in zwei Pressekonferenzen. In denen waren der Geschäftsführer des Helios Klinikums Aue sowie Heidrun Ballmann, Geschäftsführerin der Kliniken Erlabrunn, eingeladen.

 

Bei der wöchentlichen Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage im Erzgebirgskreis haben am Mittwoch im Landratsamt Roland Richter, Geschäftsführer RVE GmbH, Frank Reißmann, Abteilungsleiter Soziales und Ordnung, Landrat Frank Vogel und Ärztlicher Direktor Dr. Jürgen Prager (v. l.) informiert. Hier der Mitschnitt von der Pressekonferenz:

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