Kreis will mit Zählung von Igeln abwarten

Grüne streben Kartierung wie in Nachbarregion an

Annaberg-Buchholz.

Der Braunbrustigel hat offenbar schon bessere Zeiten erlebt. Laut Heinz-Sielmann-Stiftung ist er europaweit in Bedrängnis geraten, spätestens seit Mitte der 1990er-Jahre gehe die Anzahl der Tiere stark zurück, was etwa an Insektensterben, zerstörten Lebensräumen, intensiver Landwirtschaft und Klimawandel liege. Und die Lage im Erzgebirge? "Wir Grünen fänden es wichtig und begrüßenswert, wenn es auch im Erzgebirgskreis einen fundierten Überblick in Form einer Igelkartierung - gern auch im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprojektes - geben würde. Doch damit müssen wir uns vermutlich noch gedulden", bedauert Ulrike Kahl, die Kreisfraktionsvorsitzende. Sie bezieht sich auf ein Vorhaben des Landkreises Zwickau, der im kommenden Jahr ein Bürgerbeteiligungsprojekt in Verantwortung der Kreisnaturschutzstation starten will. Dort können Igel, egal ob lebend oder tot, mit Datum und Fundort gemeldet werden. Die Daten sollen dazu verwendet werden, um die Tiere künftig besser schützen und deren Bestände nachvollziehen zu können. Eine qualifizierte Schätzung über den Igelbestand im Erzgebirgskreis liegt nicht vor, wie Landrat Frank Vogel (CDU) auf Grünen-Anfrage mitteilte. Es gebe aber Hinweise aus der Bevölkerung und von Naturschützern, dass die Tiere weniger geworden sind. Was eine mögliche Kartierung wie in Zwickau angeht, so wolle man die dortigen Projekterfahrungen abwarten. "Danach kann entschieden werden, ob das Projekt für unseren Landkreis sinnvoll ist", so Vogel. (urm/mit upa)

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