Kreisstadt findet schwer Firmen für Winterdienst

Massive Kritik an der Schneeberäumung lässt Anliegenmelder glühen

Annaberg-Buchholz.

228 Einträge oder besser Beschwerden zum Winterdienst in der Kreisstadt finden sich in der Statistik des Anliegenmelders der Stadt Annaberg-Buchholz. Das bedeutet Rang zwei. Lediglich in der Kategorie "Straßen, Wege, Plätze" sind mehr Anliegen von Bürgern gelistet. Der über die Homepage der Kommune erreichbare Anliegenmelder ist ein Instrument, über das Bürger sofort Probleme an die Stadt melden können.

Nicht alles sei jedoch berechtigt, was dort auftaucht. Gerade in Sachen Winterdienst gebe es oft unsachliche Bemerkungen, sagte Bauamtsmitarbeiter Christian Uhlig, in der Stadtratssitzung am Donnerstag. Als Beispiel führte er eine Kritik an, die einen unsachgemäßen Umgang mit dem Schneepflug zum Inhalt hatte. "Dabei ging es um Fahrer, die schon seit 20 Jahren in Buchholz im Winterdienst tätig sind. Ich glaube, ihnen muss keiner erklären, wie das Geschäft funktioniert", so Uhlig.

Unabhängig davon habe es aber auch berechtigte Kritik gegeben, etwa im Zusammenhang mit dem Wohngebiet Heiterer Blick. Dort sei an einem Tag, an dem es auch noch durchgängig geschneit habe, über viele Stunden kein Räum- und Streufahrzeug gefahren. Das Problem: Die Stadt habe in dem Wohngebiet einen externen Dienstleister mit dem Winterdienst betraut. An dem Tag seien ihm aber ein Fahrzeug ausgefallen und Fahrer krank geworden, sodass keine Kapazitäten mehr vorhanden waren, schilderte Oberbürgermeister Rolf Schmidt. "Leider hat man uns das erst am Tag danach mitgeteilt", so Schmidt. Dass es mit dem Winterdienst künftig möglicherweise noch mehr Probleme geben kann, das ließ Bürgermeister Thomas Proksch anklingen. "Es wird immer schwieriger, Dienstleister dafür zu finden. Der Markt ist deutlich geschrumpft", sagte er.

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4Kommentare
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  • 2
    4
    Interessierte
    05.02.2019

    Da gab es Zeiten , da sind noch die Hausbewohner vor das eigene Haus gegangen und haben geschippt , bevor sie auf Arbeit gegangen sind , heute bezahlt man den Winterdienst teuer und zwei Mann sind für 20-30 Häuser zuständig - und wenn sie eben krank werden oder das dafür erforderliche Auto kaputt ist , passiert gar nichts …. ;-)

    Aber hier sieht man mal schön , wie DD+L im Grünen liegen und C am Fuße vom Erzgebirge liegt ; bzw. , Chemnitz ist gar nicht zu sehen , sondern Zwickau ist die 3.-größte Stadt
    ( wenn man das vergrößert mit der Lupe …
    https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland#/media/File:Deutschland_topo.jpg

  • 6
    2
    Zeitungss
    05.02.2019

    Eine w e l tweite Ausschreibung hätte sicherlich auch weitergeholfen. Ein vietnamesischer Winterdienst wäre doch mal was.
    Hinterfragt, EINFACH geht heute nicht mehr, wo denken Sie hin ???

  • 5
    1
    Hinterfragt
    05.02.2019

    Warum macht man es nicht so, wie zu vergangenen Zeiten (DDR)?
    Jeder der LKW hat, hat auch mindestens 1-2 Schiebeschilder und fährt im Winter Winterdienst auf vorbestimmter Strecke.
    Wobei Autobahnen und Bundesstraßen, außer in Extremsituationen, im Aufgabenbereich des Bundes/ Länder bleiben.
    Heute hat man Angst, dass der "Wettbewerb" dadurch kaputtgemacht wird, das Ergebnis liegt dann wahrhaftig auf der Straße.

    Ich sehe z.B. hier sehr oft Räumfahrzeuge mit Schild oben die Straße entlangfahren, warum nicht mit Schild unten und gleichzeitig räumen, die Strecke ist die gleiche?

  • 6
    0
    ralf66
    04.02.2019

    Bei dieser Frage Winter und Winterdienst kommen nach meiner Ansicht zwei Betrachtungsweisen in Frage. Erstens: Die Natur oder Naturereignisse, wie zur Zeit starker Schneefall in kurzer Zeit, richten sich doch nicht, nach den heutigen Anforderungen der finanzorientierten Wirtschaft und nicht nach ein bestimmtes vorgegebenes Schema des öffentlichen Lebens, die Natur hat immer noch ihre eigenen Gesetze und ihren eigenen Rhythmus, dass heißt, der Mensch muss sich nach der Natur richten und nicht die Natur nach dem Mensch! Heute sieht es doch so aus, dass sich nirgendwo mehr auf solche Extremnaturereignisse, wie zum Beispiel langanhaltender starker Schneefall eingestellt wird, alles in Wirtschaft und Gesellschaft muss so weitergehen, als wären 25 Grad Wärme, schöner Sommer und gute Straßenverhältnisse, diese Denkweise wird nicht funktionieren.
    Zweitens: Die Durchführung des Winterdienstes in unserer Erzgebirgsregion, obwohl dieser sehr ordentlich funktioniert, bedarf bedeutend mehr Personal und Technik, dass ist nämlich das Übel, denn wenige Mitarbeiter machen mit enormen Überstunden, mit wenig Technik, eine ausgezeichnete Arbeit.



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