Kriebstein: Motorbootrennen braucht mehr Besucher

Nach dem ständigen Minus in der Kasse des Talsperrenzweckverbandes soll die Internationale Großveranstaltung an der Talsperre Kriebstein erst einmal alle zwei Jahre stattfinden. Die Organisatoren suchen nach Lösungen für mehr Attraktivität.

Kriebstein.

Mit 3700 Besuchern kamen am ersten August-Wochenende fast dreimal so viele Gäste zum Internationalen Motorbootrennen an die Talsperre Kriebstein wie im Jahr zuvor. Doch auch diese Steigerung konnte den Zweckverband als Veranstalter nicht aus der finanziellen Verlustzone führen. Die Verbandsmitglieder entschieden sich deshalb, diese einzige noch in Sachsen existierende Rennsportveranstaltung ihrer Art für 2017 abzusagen und sie vorerst nur alle zwei Jahre in Kriebstein stattfinden zu lassen. Damit hat die Suche nach Lösungen begonnen, denn das Großereignis braucht mehr zahlende Gäste. Doch wie soll das gelingen?

Laut Verbandsgeschäftsführer Thomas Caro müsse vor allem am Zeitpunkt nachgebessert werden. "Denn wenn das Rennen am Schulanfangswochenende stattfindet, stoßen wir viele Interessenten vor den Kopf." Eine Teillösung könnte sein, entweder den Renntermin ab 2018 auf Anfang Mai zu legen. "Das wäre mir persönlich am liebsten, denn zum Saisonbeginn sind viele noch hungrig auf Events." Caro könnte sich aber auch vorstellen, das Motorbootrennen in die Zeit des Saisonabschlusses, also in den September, zu verlegen. Da sei dann die Theaterspielzeit auf der Seebühne beendet.

Denn es gebe auch noch einen anderen wichtigen Aspekt zu bedenken - die Fahrgastschifffahrt. Die leide aus wirtschaftlicher Sicht unter den Rennterminen. In diesem Jahr habe der Zweckverband zwischen 12.000 und 15.000 Euro eingebüßt, weil anlässlich des Schulanfangs großes Interesse an Rundfahrten bestand, diese jedoch wegen des Motorbootrennens abgesagt werden mussten. Dieser finanzielle Folgeschaden komme zum Minusbetrag von rund 9000 Euro, der dem Zweckverband dieses Jahr in der Rennkasse fehlt, noch hinzu, so Caro. 2015 habe das Rennen wegen der geringen Besucheranzahl gar einen Minusbetrag von 16.000 Euro eingefahren.

Aus Sicht des Zweckverbandes könne die Zeit bis 2018 nun genutzt werden, um weitere attraktive Zuschauerplätze zu schaffen und die nicht kalkulierbaren Auswirkungen des geplanten Straßenbaus zwischen Großparkplatz und Burgberg zu umgehen. Die geplanten Veränderungen seien mit den Veranstaltungspartnern abgestimmt. Zudem wolle der Zweckverband versuchen, so früh wie möglich in den Internationalen Motorbootrennsport-Veranstaltungskalender aufgenommen zu werden, um diese überregionale Schiene der Werbung zu nutzen.

Fakt sei, dass in den vergangenen Jahren eine Rennstrecke nach der anderen ihre Großereignisse abgesagt habe. In Dessau-Roßlau und auf dem Halbendorfer See in der Oberlausitz gebe es gar keine Motorbootrennen mehr. Alle Partner seien sich einig, so Caro, das Internationale Motorbootrennen auf der Talsperre Kriebstein zu retten und in eine sichere Zukunft zu führen.

Ob es in Zukunft die traditionellen Treffen der Rennveteranen noch geben wird, ist aus Sicht von Organisator Jürgen Kitzing unklar. "Ich werde mich dazu mit meinem Team beraten", sagt er. Denn als vor zwei Jahren die 1000-er Rennklasse gestrichen wurde, habe sich der Honda-Konzern aus dem Sponsoring zurückgezogen. Das Mittweidaer Honda-Autohaus Kitzing trage die gesamte Finanzierung des Treffens der Ehrengäste seither ganz allein. "Zudem werden die Veteranen auch immer älter. Und wer weiß, wie viele noch kommen", gibt er zu bedenken.

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