Landkreis nennt Zahlen zu Bedrohung im Bus

Seit Januar 2016 sind 24 Vorfälle auf RVE-Linien aktenkundig geworden

Annaberg-Buchholz.

Ärger in den Bussen des Regionalverkehrs Erzgebirge (RVE): Jetzt nennt die Kreisverwaltung Zahlen. Demnach wurden seit Januar 2016 keine Vorfälle angezeigt, bei denen Flüchtlinge benachteiligt worden sind. Im selben Zeitraum sind 24 Vorgänge aktenkundig geworden, bei denen Migranten Fahrer beschimpft oder bedroht haben. Es sei zu teilweise heftigen Diskussionen gekommen. Überwiegend konnten diese durch das Personal geklärt werden. In vier Fällen sei die Diskussion derart eskaliert, dass die Polizei gerufen werden musste.

Das geht aus einer Antwort von Landrat Frank Vogel (CDU) auf eine Anfrage der AfD-Kreistagsfraktion hervor. Deren Vorsitzender Karsten Teubner hatte auf ein Schreiben der Grünen reagiert, in dem es hieß, dass Busfahrer Migranten schikanieren, etwa, indem sie ihre Fahrscheine für ungültig erklären. Die Grünen beriefen sich auf Hinweise von Flüchtlingshelfern. RVE-Geschäftsführer Roland Richter wies diese pauschalen Vorwürfe zurück, verlangte Einzelheiten und berichtete seinerseits über Betrugsversuche und Bedrohungen durch Migranten.


Nach Berichten der "Freien Presse" über diese Vorgänge erhielten die Grünen in den zurückliegenden Tagen eine Reihe kritischer Schreiben und Anrufe, teilweise in einem beleidigenden Ton. Dahingegen solidarisierten sich viele Fahrgäste mit den Busfahrern, die ihrer Meinung nach von den Grünen zu Unrecht an den Pranger gestellt wurden.

RVE-Geschäftsführer Richter sagte gestern, man dürfe in dieser Debatte nicht schwarz-weiß malen. Probleme mit Flüchtlingen konzentrierten sich auf Linien in der Nähe von Asylbewerberheimen. Schwerpunkt ist die Erstaufnahmeeinrichtung in der Kaserne Schneeberg. Auf anderen Strecken gibt es laut Richter kaum Ärger. Zum Schutz der Fahrer und der Fahrgäste gebe es in jedem Bus einen Überfall-Rufknopf, mit dem die Polizei alarmiert werden kann. "Wir haben eine Beförderungspflicht, der wir ohne Ansehen der Person nachkommen", so der RVE-Chef. "Das setzt einen gültigen Fahrausweis voraus. Wer keinen hat, kann ihn beim Fahrer kaufen. Wer das nicht macht, dem verweigern wir die Beförderung."

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