Landrat ehrt verdienstvolle Retter

Feuerwehrleute und Katastrophenschützer sind in Großrückerswalde für jahrzehntelange Dienste geehrt worden. Frank Vogel zog aber auch Bilanz zur Einführung des Digitalfunks.

Annaberg-Buchholz/Großrückerswalde.

Jens Fichtner hatte anscheinend gar keine andere Möglichkeit - er musste Feuerwehrmann werden. "Es war aber nie ein Zwang, ich bin durch meine Familie automatisch hineingewachsen", berichtete der Wehrleiter der Scharfensteiner Feuerwehr am Samstag zur Auszeichnungsveranstaltung im Großrückerswalder Landgasthof Wemmer.

Einmal im Jahr ehrt Landrat Frank Vogel verdienstvolle Mitstreiter der freiwilligen Feuerwehren, des Katastrophenschutzes und des Rettungsdienstes des Erzgebirgskreises. Gemeinsam mit dem Kreisfeuerwehrverband wurden Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande verliehen. Jens Fichtner gehörte zu den 96 Geehrten. "Urgroßvater, Großvater und Vater waren bei der Feuerwehr, ich bin schon die vierte Generation. Mein Sohn William setzt diese Tradition fort", sagte der 56-Jährige, der schon mit 16 in die Betriebsfeuerwehr des VEB DKK Scharfenstein eintrat.

Am Samstag erhielt der Scharfensteiner das Feuerwehr-Abzeichen in der Stufe Gold für seinen 40-jährigen Dienst. Das Musikkorps der Stadt Olbernhau verlieh dem Ganzen einen festlichen Anstrich.

Landrat Vogel hob in seiner Ansprache das Wirken der Ehrenamtlichen über Jahrzehnte hinweg hervor. "Sie stellen sich in den Dienst der Allgemeinheit und bringen gemeinsam mit Ihren Familien, die oft auf Sie verzichten müssen, ein Opfer für uns alle", sprach er die Kameraden direkt an und bedankte sich. Frank Vogel nannte zugleich viele Fakten, die deren Leistungen untermauerten.

Positiv fiel seine Bilanz zur Einführung des Digitalfunks aus: 3000 Handsprech- und 350 Fahrzeugfunkgeräte seien bis 2018 in die 441 Feuerwehr- und Katastrophenschutzfahrzeuge eingebaut worden. Notwendig wurde die technische Umrüstung, weil bundesweit ein einheitliches digitales Sprech- und Datenfunksystem für Behörden und Organisationen mit Sonderaufgaben eingeführt wird.


50 Jahre Musiker

Dieter Ehinger: Die Witzschdorfer Blasmusikanten gibt es als Musikverein der Freiwilligen Feuerwehr Witzschdorf schon seit 1907. Seit 50 Jahren ist Dieter Ehinger Mitglied. "Wir fühlen uns bei Feuerwehr gut aufgehoben und zählen als aktiver musiktreibender Zug", sagt der Dittmannsdorfer. Der Trompeter und Flügelhornist Dieter Ehinger war mit seinen Kameraden schon bei vielen Veranstaltungen der Feuerwehr dabei - beispielsweise auch, als die Zschopauer Wehr die Anschaffung ihrer Drehleiter mit einem Feuerwehrfest gefeiert hat. (dit)


40 Jahre Bergretter

Jörg Escher: "Seit 40 Jahren bin ich bei der Oberwiesenthaler Bergwacht aktiv, ich bin zudem Mitglied im Höhen- und Höhlenrettungszug", sagt der 55-Jährige. Viel habe sich in den vergangenen Jahrzehnten an der Technik verändert, die Kameradschaft sei aber gleich geblieben. Über die Jungen Sanitäter erfolgte sein Weg zur Bergwacht am Fichtelberg. "Es wird heute schneller Ski gefahren als früher, und durch die Schuhtechnik haben sich die Verletzungen vom Schienbein hinauf zum Knie verschoben", sagt der Oberwiesenthaler. (dit)


25 Jahre Versorgerin

Angela Schulz: "Durch meinen Ex-Mann bin ich zur Feuerwehr gekommen und dabei geblieben", berichtet die 56-Jährige, die für 25 Dienstjahre die Verdienstmedaille in Silber erhielt. Bei Einsätzen und Übungen wirkt sie im Versorgungszug mit. "Ich rücke nicht zum Einsatz aus, bin aber mit für die Versorgung der Kameraden zuständig. Wir geben Kaffee, Bockwurst, Kesselgulasch und Getränke aus, das ist die leibliche Unterstützung. Dazu kommt die moralische", sagt die Mildenauerin. Die Dankbarkeit der Kameraden sei für sie eigentlich schon Dank genug. (dit)


Mehr als 5000 aktive Kameraden im Erzgebirgskreis

In 182 Ortsfeuerwehren des Erzgebirgskreises sind 5090 aktive Mitglieder tätig, darunter 514 Frauen. Es gibt 125 Jugendfeuerwehren mit 1997 Mitgliedern.

325 Einsätze bei Bränden und Explosionen gab es 2018. 27 Menschen wurden dabei gerettet. Bei 1770 Einsätzen aus Anlass der technischen Hilfeleistung wurden 46 Menschen gerettet. Schwerpunkte waren hierbei Wasser- und Sturmschäden, Überschwemmungen, Ölschäden und Fahrzeugunfälle.

217.700 Ausbildungsstunden wurden im Jahr 2018 absolviert. Davon entfielen 31.700 Stunden auf die Kreisausbildung und mehr als 10.200 Stunden an der Landesfeuerwehrschule.

11,5 Millionen Euro Fördermittel sind seit 2016 in den Neu- und Umbau von Gerätehäusern - etwa in Hohndorf, Seiffen und Geyer - investiert worden. Zudem wurden Einsatzfahrzeuge angeschafft.

Mit 140.000 Euro bekamen die Kameraden 2018/19 den Erwerb eines Führerscheins gestützt. Das sind 1000 Euro je Führerschein. (dit)

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