Mahnwachen werden fortgesetzt

150 Menschen haben sich am Montag auf dem Marienberger Markt zusammengefunden. Ab nächster Woche wollen Teilnehmer das Wort ergreifen.

An der zweiten von der Marienberger Unternehmerin Susanne Stülpner - diesmal mit Megafon - initiierten Mahnwache auf dem Marienberger Markt haben sich am Montagabend rund 150 Frauen und Männer beteiligt. Einige hatten auch ihre Kinder mitgebracht.

Für Sie berichtet: Martina Brandenburg

Die Mahnwachen in Marienberg werden fortgesetzt. Das hat der Großteil der nach Schätzungen der Polizei rund 150 Teilnehmer per Handabstimmung entschieden. Diese hatten am Montag bei der bei Auseinandersetzungen mit Migranten in Chemnitz und Köthen ums Leben gekommenen Männer gedacht. Gleichzeitig wurden Missstände in der Gesellschaft thematisiert. Wie in der Vorwoche war die Stimmung friedlich, die Mahnwache frei von Fahnen und Transparenten - ein ruhiger Abend auch für die zehn Einsatzkräfte des Polizeireviers Marienberg. "Wir stehen hier für eine bisher unbenannte Volksmitte. Eine Mitte, die nicht kategorisiert in links und rechts ist, sondern im Gefühl von gerecht und ungerecht verstanden werden will. Ist das so?", hatte Veranstaltungsleiterin Susanne Stülpner zur Debatte gestellt und Beifall erhalten. Die erneut von ihr kurz angerissenen gesellschaftlichen Defizite in den Bereichen Bildung, Pflege, Rente, Familienentlastung, Kleinstbetriebeförderung, medizinische Versorgung und Asylpolitik sollen in einem Schreiben an Angela Merkel gebündelt und der Bundeskanzlerin bei ihrem Besuch in Chemnitz übergeben werden. Unterstützung erhofft sich die Marienberger Unternehmerin dabei von der Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig.

Zur Teilnahme aufgerufen waren diesmal explizit Familien mit Kindern. Einige waren dem Ruf gefolgt. Darunter Susann Martin, die mit Sohn und Tochter kam. "Ich möchte meinen Kindern zeigen, was Engagement bedeutet. Ich arbeite selbst in einem Schulhort, war auch schon in der Pflege tätig und weiß, dass Berufe in Bildung und Pflege mehr Anerkennung benötigen. Vor allem letztere sind physisch und psychisch unterbezahlte Knochenjobs", sagte die gelernte Heilpädagogin.

Damit auch in den kommenden Wochen eine freie Meinungsäußerung auf dem Markt möglich ist, haben sich spontan rund 20 Teilnehmer für eine Tätigkeit als Ordner bereit erklärt. Susanne Stülpner will das Megafon dann anderen Rednern überlassen oder Gastbeiträge verlesen. Interesse, zu gesellschaftlichen Problemen zu sprechen, seien vom Geschäftsführer eines Pflegeunternehmens und zwei in Deutschland lebenden Ausländern angemeldet worden. Zudem soll zum Konsumverhalten und den Demonstrationen in Chemnitz gesprochen werden. "Ich hoffe, dass dann wieder mehr Teilnehmer kommen", sagte die 38-jährige Organisatorin.

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