Mann soll Kind sexuell missbraucht haben

Laut Anklageschrift ereignete sich der Übergriff im Skiurlaub

Oberwiesenthal/Marienberg.

Er sitzt in gebeugter Haltung auf der Anklagebank des Marienberger Amtsgerichts und beginnt seine Aussage nach einem tiefen Durchatmen. Denn es ist ein schwerwiegender Vorwurf, der gegen den 37-jährigen Deutschen im Raum steht: schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes.

Zum Tatvorwurf: Zusammen mit mehreren Freunden soll der Beschuldigte Ende 2017 eine Skihütte nahe Oberwiesenthal bezogen haben. Gemeinsam sollte dort in das neue Jahr gefeiert werden. Auch ihre Kinder hatte die Gruppe mit nach Oberwiesenthal gebracht. Der Tattag begann laut Aussage des Beschuldigten lustig: Bereits auf der Piste gab es Bier, am Abend in einem Restaurant auf tschechischer Seite auch Schnaps. Zurück in der Hütte soll zudem Marihuana ins Spiel gekommen sein. Auf die Frage von Amtsrichter Steffen Müller, wie viel Bier der Beschuldigte insgesamt getrunken habe, wusste dieser keine Antwort. Trotz Aufforderung seiner damaligen Freundin habe der Angeklagte, der nach eigener Aussage zu diesem Zeitpunkt an einer Alkoholabhängigkeit litt, nicht mit dem Trinken aufhören können. An das Ende des Abends will sich der Beschuldigte während seiner Vernehmung nicht mehr erinnern können.

Deutlichere Worte hingegen findet die Anklageschrift. So soll der Beschuldigte, nachdem er gegen 5 Uhr am Silvestermorgen das Gelage in Richtung des Schlafzimmers verließ, die zehnjährige Tochter eines mitgereisten Bekannten dort schlafend vorgefunden und sich zu ihr gelegt haben. Laut Anklage soll sich der Beschuldigte dem Mädchen in sexueller Absicht genähert und sie unsittlich berührt haben.

Ein vom Gericht hinzugezogener medizinischer Gutachter erklärte indes, dass im konsumierten Alkohol allein nicht die Ursache für den Gedächtnisverlust des Angeklagten liegen könne. Allerdings sei es denkbar, dass der Beschuldigte das Geschehene psychologisch verdränge. Kurz darauf schilderte der Angeklagte, dass bereits 2014 bei ihm eine bipolare Störung diagnostiziert worden sei und er ein entsprechendes Gutachten vorlegen könne. Für Amtsrichter Steffen Müller ein Anlass, die Verhandlung umgehend zu unterbrechen, um die Angaben sowie das Gutachten prüfen zu lassen. Die Verhandlung wird nun voraussichtlich Anfang 2019 fortgesetzt.

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