Metalltechnik rüstet sich für Wachstum in der Branche

2,3 Millionen Euro hat das Unternehmen allein im vorigen Jahr in seinen Standort in Königswalde investiert - auch in neue Arbeitsplätze. Eine Erfolgsgeschichte, bei der es auf Tausendstel ankommt.

Königswalde.

Knapp 1000 verschiedene Artikel liefert die Metalltechnik Annaberg an ihre Kunden in Deutschland, Europa, China und den USA - Stanz- und Biegeteile von wenigen Millimetern Größe bis hin zu ganzen Baugruppen für die Elektroindustrie. Um für die neuen Herausforderungen der Branche - einschließlich im Bereich Elektromobilität in der Automobilindustrie - gerüstet zu sein, hat das Unternehmen aus Königswalde in den zurückliegenden Jahren Millionen investiert. Allein 2018 waren es nach Angaben von Geschäftsführer Sven Lichtenberg 2,3 Millionen Euro.

Das Geld sei in moderne Technik für den Werkzeugbau, die Qualitätssicherung und vor allem in die Stanzerei geflossen. Dort wurde unter anderem ein neues modulares Servo-Produktions- und Montagesystem angeschafft, das allein 1,8 Millionen Euro gekostet hat und bisher einmalig in Ostdeutschland ist. "Und in den Altbundesländern stehen bisher auch nur einige solcher Maschinen", betont Sven Lichtenberg. Diese arbeiteten nicht nur bis in den Hundertstel-Bereich genau, sondern auch äußerst effizient. Bis zu 250 Teile - komplette Baugruppen - ließen sich damit in einer Minute fertigen. Hochmoderne Technik, die bei den Mitarbeitern für zusätzliche Motivation sorgt, wie Maschinen- und Anlagenführer Patrick Beckert bestätigt. Er ist momentan noch damit beschäftigt, die Neuanschaffung einzurichten. Aber noch im März soll die Produktion an der Maschine aus bayerischer Fertigung beginnen. Ebenfalls neu erworben hat das Unternehmen zwei hochmoderne Drahterodiermaschinen Schweizer Fabrikats. Sie können bis zu 400 Millimeter starken Stahl beziehungsweise bis zu 150 Millimeter starkes Hartmetall mit einer Präzision von fünf Tausendstel schneiden.

An vielen Stellen im Unternehmen ist modernste, computergesteuerte Technik im Einsatz. Und doch gibt es in der großen Montagehalle beispielsweise auch noch die Arbeitsplätze, an denen Handarbeit nicht zu ersetzen ist. Auch deshalb ist die Anzahl der Beschäftigten allein in den vergangenen vier Jahren von 65 auf 87 gewachsen. Dazu gehören zur Zeit sechs Auszubildende, berichtet Sven Lichtenberg. Nachwuchssorgen? Fachkräftemangel? Kennt der Geschäftsführer noch nicht: "Bisher konnten wir alle Stellen immer gut besetzen." Wohl auch, weil das Unternehmen in seine Belegschaft investiert: So stehe neben zahlreichen anderen Maßnahmen - unter anderem Angeboten im betrieblichen Gesundheitsmanagement - für 2018 ein Schulungsbudget von annähernd 18.000 Euro zu Buche. Und diese Summe soll laut Sven Lichtenberg auch in den nächsten Jahren beibehalten werden. Zudem wird in zeitgemäße Arbeitsbedingungen investiert. So sind unter anderem im Fertigungsbereich drei neue "schwebende" Büros mit neun Arbeitsplätzen entstanden - einschließlich Besprechungsraum. "Die Arbeitsplatzgestaltung liegt dort momentan in den letzten Zügen", erläutert Sven Lichtenberg. Auch hier sei der Einzug noch im März vorgesehen. Die ungewöhnliche Gestaltung war gewählt worden, um möglichst keine Produktionsfläche in Anspruch nehmen zu müssen. Dann hat das bisherige Büro - ein echter Überseecontainer - ausgedient. Da aber Ausrangieren des seltenen Stückes nicht in Frage kommt, wird schon über eine neue Nutzungsidee nachgedacht.

15,6 Millionen Euro Umsatz hat das Königswalder Unternehmen im vorigen Jahr gemacht, erläutert der Geschäftsführer. Und in diesem Jahr sollen es möglichst noch zwölf Prozent mehr werden. Kapazität für weiteres Wachstum ist vorhanden: "Wir können unsere Produktionsfläche noch verdoppeln."

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