Mildenauer Firma entwickelt mobiles Waschbecken

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Normalerweise stellt die erzgebirgische Fat GmbH Schweißvorrichtungen und Anlagen zum Montieren und Prüfen für die Automobilbranche her. Nun hat das Unternehmen etwas ganz anderes auf den Markt gebracht. Es geht um einfache Lösungen zum Thema Händewaschen.

Mildenau.

Wasser und Seife gehören nicht erst seit der Corona-Pandemie zu den Grundpfeilern der Hygiene. Doch mit dem Virus ist das Händewaschen noch einmal viel mehr in den Fokus gerückt. Das Problem: Nicht überall sind Waschbecken vorhanden, um dem Rat der Experten auch folgen zu können. Genau an diesem Punkt setzt die Fat Flexible Automation Technology GmbH mit Sitz in Mildenau an.

"Wir haben überlegt, wie wir in der Coronazeit helfen können", sagt Fat-Betriebsleiter Thomas Weber. Eigentlich sei die Firma ein Automatisierungsfachbetrieb, der fast ausschließlich für die Automobilbranche tätig ist. Doch nun hat das Unternehmen eine mobile Waschbeckenanlage entwickelt. Die Idee sei in Zusammenarbeit mit Schulen entstanden. Regelmäßiges Händewaschen spielt in den Hygieneplänen der Bildungseinrichtungen eine wichtige Rolle. Desinfektionsmittel sollen laut Empfehlung des Freistaates nicht verwendet werden, weil sie für die Kinder gesundheitliche Gefahren bergen würden. Umso wichtiger sind also Wasser und Seife. Die aus Aluminium und Edelstahl gefertigten Waschbeckenanlagen können beispielsweise direkt auf den Schulhöfen aufgestellt werden. So können sich die Schüler nach der Hofpause die Hände waschen.

Der Clou: Einen Drehknauf oder Hebel zum anstellen des Wassers braucht es nicht. Mit dem Knie kann eine Art Knopf bedient werden, die das Wasser für eine bestimmte Zeit zum Laufen bringt. Danach stellt es sich automatisch ab. Mittels Festanschluss oder eines Gartenschlauches wird die Anlage mit Wasser versorgt. Dadurch seien die mobilen Waschbecken prinzipiell überall verwendbar, wo es einen Wasseranschluss gibt. "Unser Ziel war es, eine einfache und kostengünstige Variante zu entwickeln", sagt Thomas Weber. In einer Grundschule in Schneeberg sei eine solche Waschbeckenanlage bereits im Einsatz. "Die Rückmeldungen sind positiv." Im Winter oder nach Schulschluss können die Becken auch einfach wieder weggenommen werden. Eine Anlage mit zwei Waschplätzen wiege gerade einmal 15 Kilogramm, erläutert der Betriebsleiter. Und Weber sieht noch weitere Einsatzmöglichkeiten. Von der Kleingartenanlage über den Sportverein bis hin zu Festivals und anderen Veranstaltungen könnten die mobilen Waschbeckenanlagen, die über zwei bis beliebig vielen Waschplätzen verfügen, aufgebaut werden.

Eine Abkehr von der Automobilbranche soll die Entwicklung der mobilen Waschbeckenanlage aber nicht sein. Thomas Weber sieht darin lediglich ein zweites Standbein. Die Fat GmbH ist Teil der S+R Firmengruppe, die ihren Hauptsitz im hessischen Homberg/Ohm hat. In Mildenau sind acht Mitarbeiter beschäftigt. Vorrichtungsbau, Rundtisch- und Taktanlagenbau, Roboter- Greifer und Funktionseinheiten sowie Zuführeinheiten werden vor Ort entwickelt. 1996 wurde das Mildenauer Unternehmen als Bereich Fertigungstechnik der S+R GmbH auf der grünen Wiese gebaut. 2001 erfolgte die Umwandlung zur Fat Flexible Automation Technology GmbH.

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