Mineralienbörse glänzt erneut mit buntem Angebot

Rund 70 Aussteller aus ganz Deutschland und verschiedenen Ländern Europas haben am Wochenende in Annaberg-Buchholz ihre Schätze präsentiert. Und die faszinieren mehr und mehr auch Frauen.

Annaberg-Buchholz.

Die 24. Auflage der Internationalen Mineralienbörse in der Annaberg-Buchholzer Silberlandhalle hat wieder einmal keine Wünsche offen gelassen und sich als wahrer Besuchermagnet entpuppt. Edle Erze, Quarzvarietäten, Fluss- und Schwerspat, Schmuck und allerlei Sammlerzubehör - wohl jeder Interessent hat zur traditionellen Veranstaltung der Mineralienfreunde Oberes Erzgebirge sein Liebhaberstück gefunden.

Rund 70 Aussteller aus ganz Deutschland und verschiedenen Ländern Europas hatten wieder nach Annaberg-Buchholz gefunden. "Einige kurzfristige Absagen von Ausstellern konnten wir kompensieren", berichtete Vereinsvorsitzender Uwe Ludwig. Und bei schönstem Badewetter wollte der Andrang nicht enden. "Trotz der Hitze haben wir eine gute Resonanz. Davon sind wir wirklich angenehm überrascht", räumte er ein. Und da waren sie wieder die Sammler und Freaks, die mit Taschen und Beuteln, bepackt mit neuen Schätzen, ihrem fahrbaren Untersatz zustrebten. "Der frühe Vogel fängt den Wurm", meinte etwa Gunter Schwalbe und schmunzelte dabei. "Nun ja, ich habe heute reichlich zwei Hunderter investiert. Aber das passiert mir im Jahr nur einmal und dann meist in Annaberg", verriet der Chemnitzer.


Auch Michael Wicklein schritt aufmerksam die Stände ab. Seit gut 40 Jahren sammelt der Ehrenfriedersdorfer, der in der Zinngrube als Elektromonteur gearbeitet hat, Mineralien. Die berühmten Apatite vom Sauberg sowie unter anderem Schwer- und Kalkspat haben es ihm besonders angetan. "Und das Sammeln hört irgendwie nie so richtig auf. Was mir dabei am meisten fehlt, ist inzwischen der Platz", sagte der 72-Jährige und lacht. Wie tatsächlich sehr viele Mineralienliebhaber machen die Wickleins zielgerichtet dort Urlaub, wo es sozusagen was zu finden gibt. "Wir fahren gerne nach Südtirol. Von dort hab ich das Zeug schon kistenweise mit hergeschleppt. Auch wenn die Frau manchmal die Augen dabei verdreht, hat sie natürlich nichts dagegen", so der ehemalige Bergmann.

Vereinsvorsitzender Uwe Ludwig hat es bis vor einiger Zeit nicht viel anders gehalten: "Ich war jahrelang immer eine Woche in Neukirchen am Großvenediger im Pinzgau und habe dort gezielt gesucht." Bei anderen Gelegenheitssammlern und Hobbygeologen stehen dagegen das Zillertal in Tirol, der Harz oder auch das Sauerland beispielsweise hoch im Kurs. "Meine Frau warnt schon energisch vor dem Urlaub, dass ich es mit dem Steine suchen nicht übertreiben soll. Dann ist sie es aber, die zuerst in einem Steinhaufen wühlt", frohlockte ein Schwarzenberger.

Überhaupt war die Frauenquote auch unter den Gästen am Wochenende recht beachtlich, was nicht nur am großen Schmuckangebot der Börse gelegen haben dürfte. Denn längst ist das Sammeln von schönen "Steinen" keine Männerdomäne mehr. Lydia Egermann geht sehr gern mit ihrem Freund auf Tour. "Für uns zählt nur der ideelle Wert der Mineralien, und meist ist mit jedem Stein eine kleine Geschichte verbunden", so die junge Frau.

Geschichte ist auch die jüngste Mineralienbörse. Und im nächsten Jahr gibt es mit der 25. Veranstaltung eine kleine Jubiläumsauflage. Qualität hat eben Bestand.

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