Modernes Ambiente verbindet sich mit Familientradition

Die Gastronomiebranche kämpft mit schwierigen Zeiten. Auch, weil Personal und Nachwuchs fehlen. Ein kleines Unternehmen am Fichtelberg steuert bewusst dagegen.

Oberwiesenthal.

Seit 95 Jahren steht das Café-Haus von Familie König - zu dem noch Pension und Restaurant Skistübl gehören - direkt am Skihang von Oberwiesenthal. Und als eine der alteingesessensten Familien im Ort fühlen sich Frank Weber und seine Frau Antje, die derzeit das Objekt führen, auch der Tradition verpflichtet. Und doch haben sie noch im vorigen Jahr den Spagat gewagt, das Historische mit dem Modernen zu verbinden.

Für einen "höheren sechsstelligen Betrag" entstehen seither ein Küchenanbau und ein neuer Wintergarten, wird ein zweiter Rettungsweg geschaffen und die Küchenausstattung erneuert. Die Fördersumme für das Vorhaben beläuft sich auf 160.000 Euro - finanziert aus dem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen - dem Leader-Programm. Daraus sind im vorigen Jahr nach Angaben des Landratsamtes insgesamt 24,16 Millionen Euro für 290 Maßnahmen bewilligt worden. Trotz der finanziellen Unterstützung sei die Entscheidung nicht leicht gefallen, sagt Frank Weber und spricht von einem "Reifeprozess". Zwei Jahre habe die Idee "im Kopf gearbeitet". Schließlich soll auch mit den neuen Anbauten die Familientradition bewahrt bleiben. Dabei geht es den Webers nicht nur um modernes Ambiente. Vielmehr gehe es auch um verbesserte Arbeitsbedingungen für das achtköpfige Mitarbeiterteam und natürlich um mehr Platz für die Gäste. Der Wintergarten ist bereits nutzbar, der Küchenanbau soll bis April des nächsten Jahres fertig werden. Und auch, wenn dann eine besonders anstrengende Zeit zu Ende geht, denn alle Bauarbeiten werden seit Pfingsten ausschließlich von Handwerkern aus dem Erzgebirge bei laufendem Betrieb ausgeführt, resümiert der 42-Jährige schon jetzt: "Es hat sich gelohnt."

Dabei ist Frank Weber aber auch noch etwas anderes wichtig - insbesondere mit Blick auf die schwierige Situation in der Branche: "Wir wollen zeigen, was möglich ist - auch als kleines Unternehmen." Auch deshalb hat die Leader-Region Westerzgebirge, zu der Oberwiesenthal gehört, in dieser Förderperiode einen Schwerpunkt auf Tourismus gelegt. Allein 48 Projekte sind nach Angaben von Beate Bauer vom Regionalmanagement eingereicht worden. 43 davon seien befürwortet worden. Bei acht von ihnen handele es sich um Umbau beziehungsweise Sanierung von Beherbergungseinrichtungen - Förderung dafür: rund 875.000 Euro. Bei 35 Vorhaben sei es um begleitendes Infrastrukturmaßnahmen gegangenen - Zuschüsse dafür: rund zwei Millionen Euro.

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