Moorlehrpfad wird abschnittweise saniert

Der Steg in der Stengelhaide war teilweise verfault. Nach und nach wird er auf Vordermann gebracht. Und die Wanderer sollen sich in drei Sprachen informieren können.

Marienberg.

Die Stengelhaide gehört zu den Mooren des Flora-Fauna-Habitat-Gebietes (FFH) Mothäuser Heide. Das heißt, dort sind Flora und Fauna im Rahmen einer europäischen Richtlinie besonders geschützt. Seit 2002 gibt es in der Stengelhaide einen etwa 2,2 Kilometer langen Moorlehrpfad, der über die Wesenszüge dieser Landschaftsform informiert und so das Moor erlebbar macht. Die Strecke führt von der Brückenstraße in Kühnhaide bis nach Reitzenhain.

Derzeit wird ein 437 Meter langer Abschnitt saniert. Das betrifft das Gebiet vor und nach dem Aussichtsturm in Reitzenhain. Dieser Abschnitt hatte die Sanierung am dringendsten notwendig. "Der Weg ist nach 17 Jahren nicht mehr sehr ansehnlich und zudem nass geworden. Das Holz ist mittlerweile verfault", sagt Anke Haupt. Sie ist Fachberaterin des Naturparks Erzgebirge-Vogtland und für das Projekt verantwortlich.


In erster Linie wird ein neuer erhöhter Steg errichtet. Darüber sollen die Naturfreunde trockenen Fußes durch das Moor wandern können. Das soll Wanderer davon abhalten, sich querfeldein durch die Landschaft zu bewegen und so Schäden an Flora und Fauna zu verursachen. Laut Anke Haupt sind Moorpflanzen äußerst trittempfindlich.

Verwendet wird Eichenholz. Das gilt als besonders beständig und ist daher für den Einbau im Moor bestens geeignet, wie die Diplom-Forstingenieurin erklärt. Sie betont auch, dass das Holz selbst aus dem Erzgebirge stammt. Die Lauffläche misst 1,20 Meter in der Breite. An den Stellen, an denen später die Informationselemente stehen, befinden sich 1,80 Meter breite Podeste. So haben die Wanderer die Möglichkeit, sich zu informieren, ohne den Weg zu blockieren.

Die Informationselemente sollen sich mit den Besonderheiten des Moores beschäftigen und sowohl in deutscher als auch tschechischer und englischer Sprache aufbereitet sein. Dokumentiert werden nicht nur die Entstehung und die Vernichtung des Moores, sondern auch dessen Revitalisierung sowie die dort vorkommenden Pflanzen- und Tierarten.

Der Neubau des Steges kostet etwa 140.000 Euro. Der Betrag wird zu 85 Prozent aus Fördertöpfen der Europäischen Union unterstützt und von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) bereitgestellt. Die Maßnahme ist Teil des Projektes "Moore Vital 2018". Der Naturpark Erzgebirge-Vogtland gilt als einer der Partner. Als Leadpartner fungiert der Forstbezirk Marienberg des Staatsbetriebes Sachsenforst. Weitere Partner sind das Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft sowie der Tschechische Forst und das Regionalamt in Ústí nad Labem/ Aussig.

Beendet sein soll der Bau noch vor Beginn des Winters. Weitere Abschnitte folgen später. Einen Zeitplan dafür kann Anke Haupt aber noch nicht benennen.

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