Mundschutzkontrolle statt Taschencheck

Für Euch da Ein ganz anderes Aufgabengebiet begleiten derzeit Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma. Sie müssen keine randalierenden Stadionbesucher im Zaum halten, sondern versuchen das mit dem Coronavirus.

Aue.

Taschenkontrolle ist gestern gewesen. Auf ein neues Aufgabenfeld konzentrieren sich dieser Tage Sicherheitsdienste. So auch der Professional Security Service (PSS) aus Aue um Maik Eberhart, der die Firma 2004 gründete und mit Bruder Ronny Eberhart und Torsten Badstübner lenkt.

"Wir haben aktuell mehr als 100 Mitarbeiter im Einsatz", sagt er. Das sind so viele wie sonst - allerdings nicht im Stadion, auf Festplätzen oder in Kulturhäusern. Vielmehr verteilt sich das Team auf Bau- und Supermärkte. Mit den Vorgaben, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, hat sich der Arbeitsalltag auch bei PSS im März komplett gedreht. "Mit einem Hieb brachen alle Veranstaltungen weg. Ob in Sport oder Kultur", so Ronny Eber-hart. Quasi zeitgleich trudelten Anfragen von Supermärkten und Handelsketten ein. "Sie mussten ja in kürzester Zeit sicherstellen, dass sich nur eine bestimmte Anzahl von Personen im Laden aufhält." Hinzu kamen Vorgaben zur Desinfektion etwa von Einkaufswagen und Abstandsregeln an der Kasse. Bei diesem Prozedere unterstützen Sicherheitskräfte das Marktpersonal seit Wochen vielerorts. Im Fall von PSS nicht nur in der hiesigen Region, sondern auch in Dresden, wo es eine Außenstelle gibt. "Es ging anfangs viel darum, die Menschen für die neuen Vorgaben zu sensibilisieren." Nicht alle zeigten Verständnis. "Weil unsere Leute der erste Kontakt vor dem Markt waren, bekamen sie Beschimpfungen ab, ihnen wurde gar vor die Füße gespuckt", berichtet Ronny Eberhart.

Inzwischen habe sich das gelegt. "Der Großteil zeigt Verständnis und hält sich an die Regeln." Seit Montag sind wieder mehr Geschäfte für alle offen - darunter Baumärkte. Allerdings gilt sachsenweit Mundschutzpflicht. Am Bauspezi in Lauter achtet Nico Lenk von PSS darauf, dass jeder Kunde Mund und Nase bedeckt hält. "Bitte einen Wagen nehmen", mahnt er am Eingang freundlich. Der Einkaufswagen sorgt für Abstand zu anderen und hält die Zahl der Kunden im Geschäft niedrig. Desinfektionsmittel stehen bereit. "Selten fehlte am Montag ein Mundschutz. Die Leute haben sich am Wochenende auf die neue Situation vorbereitet", so Ronny Eberhart. Laut seinem Bruder geht die Krise auch an PSS nicht spurlos vorüber. "Trotz der neuen Aufgaben wird es Verluste geben", sagt Maik Eberhart. Sind die Sicherheitsexperten auch normalerweise auf Festen, bei Fußballspielen und anderen Großveranstaltungen gefragt, so stecke keiner wegen der neuen Situation den Kopf in den Sand.


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