Munitionsfund verlängert Bauzeit am Heideteich

Die Arbeiten an dem Gewässer bei Geyer müssen 2020 fortgesetzt werden. Wichtigstes Ziel: ein funktionierender Damm.

Geyer.

Bauarbeiten am Heideteich in einem beliebten Wandergebiet bei Geyer dauern deutlich länger als geplant. Spielt das Wetter mit, sollen sie bis 18. Dezember fortgesetzt werden. Abgeschlossen werden können sie laut Bürgermeister Harald Wendler (Die Linke) aber erst im nächsten Jahr. Die Verzögerung hänge vor allem mit einem Munitionsfund und dadurch erforderlichen zusätzlichen Arbeiten zusammen. Diese seien auch noch nicht beendet.

Im Juni waren zwei Stabhandgranaten bei Baggerarbeiten an dem Gewässer entdeckt worden. Wie die Polizei damals mitteilte, steckten diese im Schlamm, woraufhin der Bereich abgesperrt worden ist und der Kampfmittelbeseitigungsdienst zum Einsatz kam. In der Folge sei auch der Damm des Teiches untersucht worden, so Wendler. "Weitere Arbeiten nahe dem Dammfuß stehen indes noch aus. Dort sind einige Schürfungen vorgesehen." Dafür werde sicher die angrenzende Alte Zwönitzer Straße, die bei Wanderern beliebt ist, kurzfristig gesperrt. Ansonsten ist diese aber wieder begehbar, was in diesem Jahr wegen der Bauarbeiten längere Zeit nicht der Fall war.

Das Projekt am Heideteich ist aufwendig und mit zahlreichen Auflagen verbunden. Es rührt noch von Hochwasserschäden im Jahr 2013 her. Doch schon die Planung und erforderliche Genehmigungen erwiesen sich als schwierig, der Bau sei es nicht weniger. Kern des Ganzen ist die Sanierung des Damms, der damals Schäden aufgewiesen hatte und nicht mehr dicht war. Doch auch ein Überlaufbauwerk werde neu gestaltet, ebenso die weitere Wasserführung. Mittlerweile wird mit Kosten von 1,12 Millionen Euro gerechnet - finanziert vom Land. Würde der Damm nicht halten, könnte das bei Hochwasser für Teile von Geyer erhebliche Folgen haben. Das Wasser fließe zum Teil in die Holzbruchbinge - "doch es darf nicht zu viel sein", so Wendler. Ansonsten bahne es sich seinen Weg in den Tiefen Hauptstollen und münde in die Hüttenkammer am Feuerwehrdepot. "Ich den 1930er-Jahren gab es einmal ein Hochwasser, da ist die Hüttenkammer sozusagen explodiert", so der Bürgermeister. Damals sei etwa die Straße der Freundschaft überschwemmt worden.

Der Heideteich, der nahe der Zwönitzer Straße liegt, ist einst als Wasserreservoir entstanden, das um 1600 zur Vitriol- und Schwefelhütte gehörte. Er wurde nach Angaben der Stadt im 18. Jahrhundert von der "Hochmutzeche" genutzt, die zu den Gruben des Silbergebirges "Am Knochen" gehörte. Heute dient er als Quellgebiet der Geyerschen Wasserversorgung und ist ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel. Die Sanierung des Damms ist nach Einschätzung des Landratsamtes unter anderem auch deshalb so schwierig und komplex, weil viele unterschiedliche betroffene Belange, insbesondere die des Denkmal-, Natur- und Trinkwasserschutzes, mit den wasserbaulichen sowie ingenieurtechnischen Anforderungen in Einklang zu bringen sind.

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