Muskelspiel in der Bingestadt

Zum 7. Mal wurde in Geyer der Erz-Cup im Bankdrücken ausgetragen. Dabei spielten aber nicht nur Gewichte eine Rolle.

GEYER.

Kraft, viel Kraft, und Geschick waren am Samstag in Geyer beim Bankdrücken gefragt. 16 Teilnehmer haben auf dem Siedlerplatz im wahrsten Sinne des Wortes ihre Kräfte gemessen. "Alle wollen Leistung bringen, es ist aber nicht so, dass hier ständig Rekorde angestrebt werden", sagte Organisator Uwe Haase. Vielmehr sprach der "in Geyer eingeheiratete Chemnitzer", wie der 54-Jährige sagte, von einer Veranstaltung mit familiärem Charakter oder eben einem "richtigen Klassentreffen".

Uwe Haase hat 1972 beim damaligen SC Karl-Marx-Stadt erstmals mit der Hantel hantiert. "Außerdem sind viele inzwischen Grauhaarige von Post Karl-Marx-Stadt hier." Nun gut, aber stämmig, muskulös, sportlich und kraftvoll wirken die sogenannten Grauhaarigen unter den Teilnehmern noch immer. Und Haase stellte klar: "Altern ist ein ganz natürlicher Prozess, da ist man nicht mehr so leistungsfähig. Man muss nur versuchen, das alles würdevoll durchzuziehen."

Richtig gut drauf war am Samstag zur 7. Auflage des Erz-Cups auch Frank Hamann. Der Nürnberger ging in seiner Alters- und Gewichtsklasse als Sieger hervor. Und wie kommt ein Nürnberger zu einem Wettkampf nach Geyer? "Uwe Haase ist ein guter Freund, und ich habe schließlich zehn Jahre in Chemnitz gelebt. Ich bin jetzt das dritte Mal hier", verriet der Rechtsanwalt. Seit seinem 16. Lebensjahr ist er der Sportart "verfallen". "Ich bin durch Kumpels im Gewichtheberverein zu diesem Sport gekommen", so der 51-Jährige, der 107 Kilo auf die Waage bringt. Und ein Nürnberger kommt selten allein. Michael Schrott war ebenfalls aus der mittelfränkischen Metropole mit in die Bingestadt gekommen. Er fungiert als Kampfrichter und bestätigte wie Frank Hamann: "Wenn du den Sport erstmal machst, kommst du nicht mehr davon los." Michael Schrott war durch entsprechende Berichte in der Tageszeitung auf die Kraftsportart aufmerksam geworden. Der Kampfrichter, der von Beruf Ausbilder ist, bereitet sich derzeit auf die Weltmeisterschaft in den USA vor. Sein Besuch im Erzgebirge ist kein Zufall: "Ich mache jedes Jahr Urlaub in Ehrenfriedersdorf." Zum fränkischen Kraftsporttrio gehörte dann noch Ralph Striegel aus Marktredwitz. Die Sportler wussten zudem zu erklären, dass Bankdrücken genau genommen keine Einzeldisziplin, sondern neben Kniebeugen und Kreuzheben eine Teildisziplin des Kraftdreikampfes ist. "Die drei Disziplinen zusammen fordern den ganzen Körper", so Frank Hamann.

Übrigens: Spaß muss beim Kraftsport immer dabei sein. "Weil es für uns mehr ein Freizeitvergnügen ist", so Michael Schrott. "Und das Training ist jeden so sein eigenes Ding", ergänzt Frank Hamann, der drei bis viermal pro Woche übt und so seinen Körper stählt. Der Gesamtsieger des aktuellen Wettbewerbs in Geyer drückte übrigens 185 Kilogramm. Er heißt Lars Bretfeld und kommt aus Chemnitz.

Der Wettbewerb in Geyer zählt meist um die 16 bis 25 Teilnehmer aus der Region, ganz Deutschland und auch aus dem Ausland. Die Veranstaltung gibt es schon seit neuen Jahren und ist seinerzeit als Verbandswettbewerb ausgetragen worden. "Bis wir uns gesagt haben, das können wir auch selber machen, und so ist es nun die siebte Auflage in dieser Form", sagt Organisator Uwe Haase.

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