Nach dem Abriss kann Aufbau starten

Der Bauantrag für die Errichtung von Wohnungen im ehemaligen Erbgericht in Mildenau ist bewilligt. Doch ein paar Hürden müssen die Investoren noch überwinden.

Seit Jahren schuften Sylvi Walther - mit einem Foto von vor der Entkernung in der Hand - und Michael Reinhold im ehemaligen Erbgericht. 80 Prozent der Entkernung sind geschafft.

Für Sie berichtet: Denise Märkisch

Bevor Altes zu Neuem werden kann, braucht es manchmal etwas Zeit. Dass es so lange dauert, hat Sylvi Walther, als sie das ehemalige Erblehngericht in Mildenau 2015 kaufte, nicht geahnt. Das war aber vermutlich auch gut so. Sonst wäre sie das Projekt wohl nicht angegangen, in dem zuletzt als Kinderheim fungierenden historischem Gebäude, ein kulturelles Zentrum für den ganzen Ort und Wohnungen entstehen zu lassen. Doch nun rückt der Baustart in greifbare Nähe. "Der Bauantrag ist in der Form, wie wir es planen, bewilligt", berichtet Sylvi Walther glücklich. Eine Menge Vorarbeit samt Brandschutzkonzept musste dafür geleistet werden. Der bewilligte Bauantrag ist neben dem Offensichtlichen auch für die Finanzierung notwendig, erklärt die Investorin. Zwar habe es im Vorfeld mit der Sächsischen Aufbaubank bereits Absprachen bezüglich einer Förderung gegeben. Doch für die endgültige Zusage bedarf es eben auch einer Baugenehmigung.

Untätig sind Sylvi Walther und ihr Partner Michael Reinhold aber in den vergangenen Jahren nicht gewesen. Die Entkernung des Gebäudes ist zu 80 Prozent abgeschlossen - alles in Eigenleistung. Müll wurde beseitigt, Wände entfernt, unnütze Einbauten abgerissen. Auf diese Weise sollte zum einen Platz für den Wiederaufbau geschaffen werden. Auf der anderen Seite musste die denkmalgeschützte Lehngerichtsdecke entlastet werden. Unter ihr sollen später, so die Idee, einmal Trauungen stattfinden.

Zunächst konzentrieren sich die Investoren allerdings auf die 15 geplanten Wohnungen in den oberen Geschossen. Ein Mehrgenerationenhaus soll es werden, weshalb auch ein Fahrstuhl geplant ist. Eine hohe sechsstellige Summe wird allein für den Ausbau der Wohnungen benötigt. "Wir müssen erst einmal pragmatisch denken. Das Haus soll sich über die Mieten selbst tragen. Für den Rest haben wir Zeit", so Walther. Mit dem Rest meint sie den Veranstaltungssaal und den Trauraum. Gerade diese Räume waren es einst, die die Mildenauer dazu brachten, das Erbgericht zu kaufen. Sie konnten dem Verfall einfach nicht mehr länger zusehen. Geht alles nach Plan, könnte im Frühjahr kommenden Jahres der Wiederaufbau beginnen. Dann wird aus den anfänglichen Ideen endlich Realität.

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