Nach Kahlschlag im Schwarzbach steht Ermittlungsergebnis aus

Fische und deren Brut: tot. Regenwürmer: tot. Ein hochgiftiger Stoff, der vor drei Wochen in die Elterleiner Kläranlage eingetragen wurde, hat das Leben unzähliger Organismen ausgelöscht. Und es gab schon wieder einen Vorfall.

Elterlein.

Der Verlust für die Angler lässt sich nicht in Euro und Cent beziffern. Was da auch immer für eine Substanz in jener Nacht zum 3. August die Kläranlage Elterlein erreichte - sie hat ganze Arbeit geleistet. In der Anlage selbst ist die Biologie zusammengebrochen. Im sich anschließenden Schwarzbach starben auf einer Strecke von rund vier Kilometern sämtliche Fische. Davon betroffen gewesen sind auch drei Teichwirtschaften, schildert Frank Schreier, Vorsitzender des Anglervereins Elterlein. Er hat die Nase voll, versteht nicht, warum nach drei Wochen noch immer kein Verursacher ermittelt ist.

Insgesamt mehr als 50 Kilo toter Fische, darunter Bachforellen, Elritzen sowie Neunaugen, wurden aus dem Bachlauf geborgen. Letztere stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Daneben fanden sich auch tote Regenwürmer, sagt Schreier. Wenn sie von Hühnern gefressen werden, können sie in die menschliche Nahrungskette gelangen. Das hält der Chef des Anglervereins für äußerst bedenklich, insbesondere, da nicht genau bekannt ist, welcher Stoff den Vorfall ausgelöst hat.


Dabei wurden direkt nach dem Ereignis Wasserproben sowie weiteres Material aus der Kläranlage Elterlein entnommen, erklärt Frank Kippig, Geschäftsführer des Zweckverbandes Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW). Das alles liege bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz unter Verschluss, die den Fall übernommen hat. Deren Ermittlungen konzentrierten sich aktuell auf die Untersuchung zur Eingrenzung der möglichen Quellen, sagt Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart. Dabei will auch der ZWW mithelfen. "Wir werden jetzt Permanent-Messungen in der Kläranlage sowie im Kanalsystem durchführen", kündigt Kippig an. Das auch deshalb, weil es am Mittwoch erneut zu einem Eintrag giftiger Stoffe gekommen ist. "Der war aber zum Glück nicht so hoch, sodass es die noch im Wiederaufbau befindliche Biologie verkraften konnte", sagt der ZWW-Chef. Bis die Kläranlage wieder hundertprozentig arbeite, dauere es noch ungefähr 14 Tage.

Bis dahin ist vielleicht der Täter ermittelt. Kippig jedenfalls zeigt sich optimistisch. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir den Verursacher haben", sagt er. Das sei in allen ähnlichen Fällen der vergangenen Jahre gelungen. Der Täter muss im günstigsten Fall mit einer Geldstrafe rechnen. Aber auch eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren ist möglich, sagt die Oberstaatsanwältin.

Schreier vom Angelverein ist auch deshalb so wütend, weil es seit der Wende der dritte Vorfall ist. Bis der Schwarzbach sich wieder in dem Zustand wie vor dem 3. August befindet, werden seiner Meinung nach mindestens zehn Jahre vergehen.

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 7 Bewertungen
3Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 3
    0
    Tauchsieder
    24.08.2019

    Ich glaube hier reden zwei aneinander vorbei. Der Verursacher ist nicht die Kläranlage!!!

  • 2
    7
    martindamm
    24.08.2019

    ich bin nicht der meinung dass das in deutschland nicht ernst genommen wird. man sollte aber erst klären wie dieser schaden entstanden ist. die anlagen laufen in heutiger zeit fast ausschließlich automatisch. da sollte man nicht schon vorher haftstrafen fordern.

  • 14
    2
    cn3boj00
    24.08.2019

    Leider werden Umweltverbrechen in Deutschland als Lappalien behandelt. Eine Geldstrafe, die den Schaden niemals wettmacht, und gut ist. Abschreckung Fehlanzeige. 5 Jahre Haft sollten die Mindest-, nicht die Höchststrafe sein.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...