Neudorfer Pfarrer geht nach Leipzig

Nico Piehler wird am Sonntag bei einem Gottesdienst verabschiedet. An die hiesigen Christen richtet er noch einen Appell.

Neudorf/Cranzahl.

Nico Piehler verlässt seine beiden Kirchgemeinden im oberen Sehmatal mental schon seit einigen Wochen. Jetzt wird der junge Pfarrer während eines Festgottesdienstes in der evangelisch-lutherischen Kirche am Sonntag, 14 Uhr in Neudorf verabschiedet. An seiner neuen Pfarrstelle in Taucha bei Leipzig ist er für mehrere Kirchen und Gemeinden im Amtsbereich zuständig. Dort möchte er Herausforderungen annehmen und Neues wagen. "Die Kirchen dort sind nicht so voll. Viele Aufgaben lassen sich hoffentlich ganz entspannt angehen", sagt der Wahl-Neudorfer nach neun Jahren Dienst im Sehmatal.

Nico Piehler war mit seinem Amtsantritt im Herbst 2010 zunächst nur Pfarrer in Neudorf. 2015 kam die Cranzahler Kirchgemeinde hinzu. "Das war nicht nur mehr Arbeit, sondern vor allem Bereicherung", schätzt der Geistliche ein. Im chormusikalischen Bereich habe es sowieso zuerst zu gemeinsamer Arbeit kommen müssen.

Piehler freut sich im Nachhinein über die starke Ausschussarbeit, die sich unter seiner Leitung entwickelt habe. Auch die Bibelnacht und die gemeinsame Konfirmandenbetreuung in der Region wurde mit ihm auf den Weg gebracht. "Die beiden Kirchgemeinden kommen gut klar miteinander. Ich bin stolz auf alle Mitarbeiter, den Kirchenvorstand und auch die Pfarrerkollegen in der Region. Ohne ihre Unterstützung wären die Dinge nicht so vorangekommen."

Dass der Abschied mitten im Regionalisierungsprozess der Kirche liegt, ist dem Theologen nicht recht. Vor allem seine Kollegen in Sehma und Bärenstein müssten die Vakanz zunächst stemmen. "Immer mehr Aufgaben werden auf immer wenige Schultern verteilt", sagt Piehler. Das führe an die Grenzen der Machbarkeit. "Ich wünsche den Gemeinden bald einen neuen Pfarrer und dass die Neudorfer und Cranzahler weiter so aktiv, engagiert und treu mitarbeiten und denken", so Piehler abschließend. Die Christen sollten darauf achten, dass sie sich in ihren Glaubensansichten geistlich nicht verschließen oder hartherzig werden, lautet sein Appell. Gemeinde muss im Ort sichtbar sein: Das solle Anspruch und Ziel bleiben.

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