Neue Fahrradroute bei Geyer: Stadt legt Sandhusen-Ringel an

Eine familienfreundliche Strecke soll in den nächsten Wochen ausgeschildert werden. Offiziell eingeweiht wird sie im Juni. Es geht durch den Wald und beispielsweise zum Heideteich, doch auch durch die Bingestadt. Die Idee kam von Räten.

Geyer.

Eine etwa 15 Kilometer lange familienfreundliche Fahrradroute wird demnächst das Freizeitangebot bei Geyer ergänzen. Als Bezeichnung wurde Sandhusen-Ringel gewählt - angelehnt an einen bekannten Spitznamen für die Bewohner der Stadt. Noch im Frühjahr soll die Strecke ausgeschildert werden, wie Katja Klaus, die Leiterin der Touristinformation, in der jüngsten Stadtratssitzung erklärte. Offiziell eingeweiht wird das Sandhusen-Ringel während des Bingefestes vom 21. bis 23. Juni.

Initiiert worden sei die neue Fahrradroute von den drei Stadträten Ralf Schädlich, Johannes Scheithauer (beide Freie Wähler Bürgerforum) und Matthias Langer (Die Linke), die auch bei der Verwirklichung mit im Boot sind. Ein möglicher Startpunkt ist der Greifenbachstauweiher, von dort aus geht es in den Geyerschen Wald bis zum Heideteich. Über Nebenstraßen gelangen die Radler bis ins Stadtzentrum von Geyer, wo sie etwa Sehenswürdigkeiten wie die Binge, den Lotterhof, das Turmmuseum und die St. Laurentiuskirche entdecken können. Ein neuer Platz mit Wasserspielen und Bänken, der zurzeit am Altmarkt gestaltet wird, soll ebenso nahe dem Sandhusen-Ringel liegen. Später geht es entlang der Ehrenfriedersdorfer Straße hinab ins Greifenbachtal und entlang des Greifenbachs wieder zum Stauweiher samt Badestrand und verschiedenen Freizeitangeboten.

Torsten Kleditzsch

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Wie Katja Klaus informierte, wird das Sandhusen-Ringel komplett auf Geyerischer Flur verlaufen. "Ursprünglich war eine längere Route angedacht, die auch über Zwönitzer und Elterleiner Gebiet geführt hätte", sagte sie. Doch das sei etwa wegen noch ungeklärter Baumaßnahmen zu kompliziert gewesen. Daher wurde zunächst die jetzige Variante gewählt. "Es ist später durchaus eine Erweiterung möglich", so Klaus.

Ausgeschildert wird die Fahrradroute vor allem auf Strecken, die bereits diesem Zweck dienen. Sie soll vom Tourismusverband Erzgebirge mit vermarktet werden, in dem Geyer Mitglied ist. Das wird etwa durch eine Veröffentlichung der Strecke mit einer Beschreibung und weiteren Daten in einem speziellen Internet-Portal geschehen. Das Ganze soll natürlich auch auf der Homepage von Geyer beworben werden.

Für die Ausschilderung des Sandhusen-Ringels wurde eine auffällige Gestaltung in Gelb und Blau gewählt. Was den Schwierigkeitsgrad betrifft, so wird dieser als mittelschwer angegeben. "Die Tour ist für Familien gut geeignet. Es gibt lohnenswerte Stopps. Man kann gut einen halben Tag mit der Runde zubringen", so Katja Klaus.


Was die Sandhusen mit Geyer zu tun haben

Die Einwohner von Geyer werden in der Region bis heute als Sandhusen bezeichnet. Der Grund dafür liegt in der Geschichte der Stadt, wie diese und der Tourismusverband Erzgebirge in der Beschreibung zur neuen Fahrradroute erklären.

Mit dem Niedergang des Bergbaus, der auch in Geyer eine große Rolle gespielt hat, hätten die Menschen andere Erwerbsmöglichkeiten suchen müssen. "Neben dem Klöppeln und der Posamentenindustrie war dies in Geyer der Verkauf von Scheuersand, der als Nebenprodukt der Kiesgruben in der Umgebung anfiel", informieren die Touristiker.

Die Kinder seien ausgezogen, um eben diesen Sand zu verkaufen - meist hätten sie ihn in ihren Hosentaschen deponiert. Daher wurden sie Sandhusn oder eben Sandhusen genannt. Und das ist bis heute im Volksmund erhalten geblieben, wurde daher auch für die Bezeichnung der neuen Radroute ausgewählt. (aho)

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