Neue Notfallambulanz geht in Betrieb

4,7 Millionen Euro sind in den Umbau am Erzgebirgsklinikum Annaberg geflossen. Das Ergebnis bedeutet für die Patienten Behandlung nach dem neusten medizinischen Standard sowie für die Ärzte bessere Arbeitsbedingungen.

Annaberg-Buchholz.

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit ist am gestrigen Freitagnachmittag die neue Notfallambulanz des Erzgebirgsklinikums Annaberg (EKA) offiziell in Betrieb gegangen. Die Maßnahme war auf Grund der in den vergangenen Jahren ständig steigenden Anzahl der Patienten nötig geworden, erklärte EKA-Geschäftsführerin Christiane Porges zur Einweihung. Konkret habe sich die Anzahl der Patienten, die jährlich in die Notaufnahme kommen, in den vergangenen zehn Jahren um 4000 auf mehr als 23.500 erhöht, sagte Landrat Frank Vogel in seinem Grußwort.

Neue Notfallambulanz, das bedeutet Modernisierung, Umbau sowie Erweiterung in einem. So stünden Ärzten und Patienten jetzt 200 Quadratmeter mehr Fläche zur Verfügung. Davon entfielen allein circa 100 Quadratmeter auf die sogenannte Liegend-Anfahrt der Patienten - eine wesentliche Neuerung. Das ist quasi eine Garage für maximal zwei Rettungswagen innerhalb des Notaufnahmetraktes, in der die Patienten im Warmen und Trockenen ausgeladen und direkt in einen der zur Verfügung stehenden Behandlungsräume gebracht werden können. Bislang passierte das unter freiem Himmel, lediglich geschützt von einer kleinen Überdachung.

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Mit dem Neubau hätten zudem neueste Medizintechnik sowie neueste Standards Einzug in das EKA gehalten, sagte Porges. So sei es nunmehr beispielsweise möglich, zwei Patienten gleichzeitig im Schockraum zu behandeln. Vorher war das nur mit einem möglich. Bisher gab es vier Behandlungsräume in der Notaufnahme, jetzt stehen sechs zur Verfügung, erläuterte Oberarzt Mario Stumpfel bei einem Rundgang durch das neue Areal. Auch die Anzahl an Funktionsräumen sei mit dem Umbau der Notfallambulanz von ehemals zwei auf drei erhöht worden. Als eine weitere Errungenschaft sieht der Oberarzt die geschaffene Quarantäneeinheit mit Schleuse. Darüber sei es möglich, Patienten aufzunehmen und zu behandeln, ohne dass diese in die zentrale Notaufnahme müssten. Dadurch werde ausgeschlossen, dass weder andere Patienten noch medizinisches Personal einer Gefährdung unterliege, so Stumpfel.

Als sehr positiv sieht der Mediziner ferner die Kopplung zwischen der Notaufnahme und der Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung. Damit gebe es eine gemeinsame Anmeldung und der Patient könne in einem Notfall quasi gleich an die Notfallambulanz übergeben werden.

Aber auch im Bereich Sicherheit für die Mitarbeiter sei vieles getan worden, da es bundesweit immer wieder etwa durch aggressive bzw. betrunkene Patienten zu Übergriffen auf medizinisches Personal komme. So würden vor allem nachts kritische Bereiche besonders gesichert, gebe es spezielle Alarmmodelle.

Das alles hat inklusive Ausstattung sowie Außenanlagen rund 4,7 Millionen Euro gekostet. 2,6 Millionen davon wurde durch den Freistaat Sachsen in Form von Fördermitteln bezuschusst. Und das werde sicher nicht das letzte Geld sein, was aus Dresden in das Klinikum Annaberg geflossen ist. "Wir haben noch viele Ideen, wie wir unser Haus zukunftsorientiert weiter um- und ausbauen wollen", betonte Porges. Und Gesundheitsministerin Barbara Klepsch sagte dafür ihre Unterstützung zu. "Die medizinische Versorgung ist aktuell eine der größten Herausforderungen, vor allem im ländlichen Raum. Insofern freue ich mich, dass wir heute hier die neue Notfallambulanz einweihen können", sagte Klepsch. Gerade sie sei die Visitenkarte eines Krankenhauses, ist doch die Notaufnahme im Regelfall die erste Station eines Patienten nach seiner Einlieferung.

Und das sei sie auch ohne Einschränkungen während der Bauzeit gewesen. Für alle Beteiligten war das eine gewaltige Herausforderung, sagte Porges. "Für uns als Team der Notaufnahme dauerte der Bau manchmal eine gefühlte Ewigkeit", sagte Oberarzt Stumpfel mit einem Lächeln. Doch es habe sich gelohnt. Man könne jetzt noch besser eine professionelle Versorgung der Patienten rund um die Uhr gewährleisten, "denn für Notfälle gibt es nun einmal kein Bestellsystem", so Stumpfel.

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