Neuer Bürgermeister von Thum: Drei Kandidaten kämpfen um Amt

Thum.

Die zweite Amtszeit von Michael Brändel (Bürgerliste) in Thum neigt sich dem Ende entgegen. Drei Kandidaten bewerben sich um seine Nachfolge im Amt des Bürgermeisters. Gewählt wird am 11. Oktober. Drei Wochen vorher, am 21. September, stellen sich Giso Lieberwirth (AfD), Thomas Mauersberger (CDU) und Mario Schöne (Bürgerliste) in einem "Freie Presse"-Leserforum im Volkshaus Thum vor. Für Besucher ist eine Anmeldung erforderlich - der entsprechende Coupon ist auf Seite 13 dieser Ausgabe zu finden.

Kandidat Giso Lieberwirth (AfD)

Steckbrief

Giso Lieberwirth, geboren 1974, hat drei Kinder. Er ist Geschäftsführer der Firma Büroservice Giso Lieberwirth, freier Makler und Existenzgründer-Coach sowie Geschäftsführer der AfD-Kreistagsfraktion. Als weitere Tätigkeiten gibt das Stadtratsmitglied unter anderem Aufsichtsrat in der Kur- und Gesundheitszentrum Warmbad Wolkenstein GmbH an. Zudem agiert er als Reise- und Jugendleiter. Er engagiert sich im Förderverein der Kitas und der Grundschule. Hobbys: Zeit mit der Familie verbringen, die Arbeit mit Kinder- und Jugendlichen, Lesen, Motorrad, Fitness.

Fünf Fragen an Giso Lieberwirth

Warum sind Sie der richtige Bürgermeister für Thum?

Giso Lieberwirth (AfD): Für mich steht Einwohnernähe im Vordergrund. Diese habe ich in den letzten Jahren sehr vermisst. Weiterhin stehe ich für Offenheit, Ehrlichkeit, Respekt und Fairness sowie Toleranz und Gleichberechtigung. Ich möchte nicht nur die Pflichtaufgaben für unseren Ort erledigen. Nein, mit eigenen Ideen und Projekten sollen unserem Ort wieder Ziele gegeben werden. Als Familienvater steht für mich die Fürsorge, Bildung, Integration und Wertschätzung der Kinder, Jugendlichen sowie auch der Senioren im Fokus. Diese Gruppen möchte ich besonders fördern. Die Thumer bekommen einen gut vorbereiteten Bürgermeister, der Erfahrung in der Haushalts- und Personalführung vorweisen kann.

Was muss Ihrer Meinung nach in Thum künftig anders laufen als bisher?

Der Bürgermeister! Der Bürgermeister ist das Bindeglied zwischen den Einwohnern, Stadtrat und Verwaltung. Die Einwohner müssen in Zukunft den Stadtratsmitgliedern Aufgaben mit auf dem Weg geben, diese werden in die Stadtratssitzungen eingebracht und von der Verwaltung umgesetzt. Sofern eine Umsetzung auch möglich ist. Das heißt für mich, dass ich in Zukunft viel mehr private Vorhaben unterstützen werde. Ich werde als Bürgermeister ein Stadtentwicklungs- und Tourismuskonzept erstellen, um den Stadtrat und die Verwaltung effektiver handeln zu lassen, vor allem in Bezug auf Bebauungsmöglichkeiten. Die Konzepte haben zur Folge, dass schneller gehandelt werden kann. Sei es mit Freigaben oder Fördermittelanträgen.

Immer wieder ist aus der Bevölkerung zu hören, dass es an Bürgernähe mangelt. Was wollen Sie konkret tun, um das auf lokaler Ebene zu verbessern?

Bürgernähe ist für mich, dass ich, ohne die Straßenseite zu wechseln, durch Herold, Jahnsbach und Thum gehen kann. Das war und ist mein Credo. Mit unserem Projekt des Kinder-Jugend-Seniorenzentrums hier im Ort wird ein weiterer Schritt dazu getan. Auch das Ehrenamt gehört hier mit dazu. Dieses werde ich weiter fördern und ausbauen. Ehrenamt ist mit das Wichtigste im Ort. Ohne das Ehrenamt und die Wertschätzung dafür ist eine Gemeinschaft keine Gemeinschaft, es sind nur Individualisten.

Für Konfliktstoff sorgt die Frage, was aus den Garagenpächtern wird, wenn das neue Feuerwehrdepot gebaut wird. Inwiefern sehen Sie da eine
Lösung?

Der Konfliktstoff liegt, wie wir wissen, weiter zurück als Herbst 2019. Klar ausbaden müssen es die neuen Stadträte und der Bürgermeister. Die Verwaltung, der amtierende Bürgermeister und der Stadtrat haben aus den beschränkten Möglichkeiten von Freiflächen hier in Thum den Pächtern eine Freifläche in Jahnsbach (ehemals Gaststätte Angerthal) vorgeschlagen. Und dieses Angebot besteht noch immer. Ich werde als Bürgermeister im Stadtkern weitere Parkmöglichkeiten schaffen. Es wird jedoch keine Garagen geben. Diese Möglichkeit besteht in Jahnsbach. Über die Ausgestaltung, ob das Grundstück zur Pacht oder als Eigentum
genommen wird, muss besprochen werden.

Was sind die wichtigsten Punkte in Ihrem Wahlprogramm?

Dreh- und Angelpunkt wird das Kinder-Jugend-Seniorenzentrum (KJS). Stichpunkte sind Jugendstadtrat, Nachhilfe, Chor, Tanz, Jugendstunden, Spaß, Reisen, Treffen gegen das Alleinsein im Alter. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Traditionsstandorte der Feuerwehren als Vereinsmittelpunkt erhalten bleiben und dass ein Kleinbus am Standort stationiert wird. Dieser soll auch als Transportmittel für KJS-Besucher dienen. Drittens brauchen wir Tourismus. Leider ist Thum derzeit ein weißer Fleck auf den meisten Karten. Ich setzte mich für den Aufbau eines Reit-, Rad-, Wander- und Loipenwegenetzes in und um Thum ein, mit Anlaufpunkten wie Großspielplätzen und Parkmöglichkeiten. Ziele zudem: Einbeziehung der Einwohner in Pflege und Überwachung von Brennpunkten mit der Möglichkeit einer Ehrenamtsentschädigung. Ausbau der Flächen für Wohnbebauung in allen Ortsteilen. Weitere Infos zu mir sind bei Suche nach Giso Lieberwirth bei Instagram, Facebook und Xing zu finden.

Thomas Mauersberger (CDU)

Steckbrief

Thomas Mauersberger, 36 Jahre alt, ist Vater zweier Söhne. Der Diplomingenieur für Systems Engineering (Fachrichtung im Maschinenbau) arbeitet seit 2008 als Geschäftsführer im Familienunternehmen. Wenn Zeit bleibt, liest er, spielt Schach und treibt Sport. Gegenwärtig besucht er in der Freizeit mit seinen Kindern Spielplätze oder spielt mit ihnen Lego. 2014 wurde Mauersberger erstmals in den Stadtrat gewählt, auf der Liste der CDU. Bis 2019 war er zudem Verbandsrat im Abwasserzweckverband. 2019 wurde er in den Stadtrat wiedergewählt und zum 1. stellvertretenden Bürgermeister gewählt.

Fünf Fragen an Thomas Mauersberger

Warum sind Sie der richtige Bürgermeister für Thum?

Mich der Wahl zum Bürgermeister zu stellen, habe ich nicht leichtfertig getan, sondern mit reichlicher Überlegung und sehr bewusst. Sechs Jahre als Stadtrat und ein Jahr als stellvertretender Bürgermeister haben mir gezeigt, welche Tragweite und Herausforderung dieses Amt mit sich bringt. Als junger Familienvater und Unternehmer, der hier aufgewachsen ist, kenne ich die Herausforderungen, die der Alltag in unserer Region mit sich bringt. Meine Eltern stammen aus Thum und Herold. In meiner Jugend habe ich viel Zeit in Jahnsbach verbracht und auch meinen Zivildienst dort geleistet. Daher fühle ich mich allen drei Ortsteilen verbunden und schätze sie.

Was muss Ihrer Meinung nach in Thum künftig anders laufen als bisher?

Wir müssen die Gegebenheiten annehmen, mit denen wir bereits leben. Wir sind eine Stadt mit drei Ortsteilen. Jeder davon muss gleichberechtigt wahrgenommen werden mit seiner eigenen Geschichte und Tradition. Mit der demografischen Entwicklung und dem damit verbundenen prognostizierten Einwohnerrückgang, den wir kaum verhindern können, müssen wir aber stärker aufeinander zugehen und zusammenwachsen. Der Dialog mit und die Wertschätzung gegenüber Gewerbetreibenden, Vereinen und Bürgern sollte wieder stärker in den Mittelpunkt rücken, denn sie machen das Leben in der Stadt in erster Linie aus.

Immer wieder ist aus der Bevölkerung zu hören, dass es an Bürgernähe mangelt. Was wollen Sie konkret tun, um das auf lokaler Ebene zu verbessern?

Das Interesse an kommunalen Entscheidungen ist in meinen Augen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, gerade auch durch die schnelle Verfügbarkeit von Informationen in Neuen Medien. Dem wurde bisher zu wenig Rechnung getragen. Daher sehe ich es als besonders wichtig an, den Zugang zu Informationen rund um die Stadtratsarbeit zu verbessern mithilfe eines Ratsinformationssystems. Die Belange der Einwohner bei wegweisenden Entscheidungen möchte ich frühzeitig einbeziehen, etwa durch Berufung sachkundiger Bürger. Ebenso ist es mir wichtig, wieder regelmäßig Einwohnerversammlungen abzuhalten und in regelmäßigen Abständen auch die Sitzungen des Stadtrates für Bürgerfragen zu nutzen.

Für Konfliktstoff sorgt die Frage, was aus den Garagenpächtern wird, wenn das neue Feuerwehrdepot gebaut wird. Inwiefern sehen Sie da eine
Lösung?

Erste Lösungen mit Pächtern gibt es bereits. Nach Rückfrage in der Stadtverwaltung ist bisher aber noch nicht bekannt, welcher reale Bedarf an Ersatzflächen besteht. Vonseiten des Stadtrats wurden alternative Standorte angeboten, welche keine Akzeptanz fanden. Andererseits wurden von Pächtern städtische Grundstücke zum Kauf angefragt, welche die Stadt gegenwärtig nicht verkaufen kann. Es ist wichtig, weiter im Gespräch zu bleiben und ein gemeinsamer Prozess weitere Lösungen zu finden.

Was sind die wichtigsten Punkte in Ihrem Wahlprogramm?

Für Herold und Jahnsbach ist es mir wichtig, dass jeder der beiden Ortsteile auch in Zukunft ein kulturelles Zentrum hat, daher möchte ich in Herold das Objekt an der Zschopauer Str. 2/4 und in Jahnsbach den Güterschuppen aufwerten. Im Ortsteil Thum ist es mir wichtig, das Tiergehege zu sanieren und den Stadtpark wieder attraktiver zu gestalten. Darüber hinaus möchte ich mich für die zukünftige ärztliche Versorgung einsetzen, die Händler, Handwerker und Gewerbetreibenden unterstützen und besonders auch Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit im Ortsbild verbessern.

www.thomas-mauersberger.de

Mario Schöne (Bürgerliste)

Steckbrief

Mario Schöne ist 50 Jahre alt. Der Werbegrafiker, Familienstand geschieden, nennt Musik und Fußball als Hobbys. Seit 40 Jahren spielt er Trompete und Flügelhorn, früher im Jugendblasorchester und im Zentralen Musikkorps, jetzt als Freizeitmusiker. Fußballerisch war er im Verein TBV 08 Thum und im Herolder SV aktiv, jetzt als Freizeitfußballer. Ab 2008 leitete er den Herolder SV, bis 2018 den fusionierten Verein ESV Eintracht Thum-Herold. Schöne sitzt seit 2014 im Stadtrat. Seit 2014 ist er Mitglied im Verwaltungsausschuss, seit 2018 Vorsitzender der AG Kultur, 2019 wurde er 2. stellvertretender Bürgermeister.

Fünf Fragen an Mario Schöne

Warum sind Sie der richtige Bürgermeister für Thum?

Kurz gesagt, ist es die große Verbundenheit, Wertschätzung und Heimatliebe zu unserer Stadt mit den Ortsteilen Herold, Jahnsbach und Thum, die ich schon immer empfinde und lebe. Vor allem durch meine langjährigen Erfahrungen aus der Arbeit im Stadtrat fühle mich jetzt in der Lage, als Bürgermeister für die Stadt Thum Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig neue Wege zu gehen. Eine gewisse Portion Lebenserfahrung spielt dabei ebenso eine Rolle wie die im Laufe der Jahre ausgeübten geschäftlichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten. Diese Grundlagen geben mir Mut und Sicherheit, die große Herausforderung Bürgermeister anzunehmen.

Was muss Ihrer Meinung nach in Thum künftig anders laufen als bisher?

Wir müssen nach dem Motto "das Machbare und noch mehr für Thum" arbeiten. Das heißt, ich möchte mich besonders für unsere Gewerbetreibenden einsetzen und zudem Grundlagen für Gewerbeansiedlungen schaffen. Ebenso müssen alle Vereine und deren aktive Arbeit viel mehr unterstützt werden. Die beiden Komponenten Gewerbe und Vereinsarbeit sollen die Grundlage schaffen, um Thum noch lebenswerter und familienfreundlicher zu machen. Wir, die drei Ortsteile, sollten noch besser zusammenwachsen, die gemeinsame Identität muss gestärkt werden. Gemeinsam wollen wir auf unsere Stadt stolz sein können und dieses Gefühl auch nach außen tragen. Die Schaffung kultureller Zentren in jedem Ortsteil ist dafür eine ganz wichtige Aufgabe.

Immer wieder ist aus der Bevölkerung zu hören, dass es an Bürgernähe mangelt. Was wollen Sie konkret tun, um das auf lokaler Ebene zu verbessern?

Die Kommunalpolitik muss transparenter werden für alle unsere Einwohner. Kommunikation ist dafür das entscheidende Zauberwort. Wir müssen mehr über städtische Vorhaben informieren und gemeinsam diskutieren. Eine jährliche Einwohnerversammlung würde sich dafür besonders gut eignen. Wir müssen das Miteinander leben! Jedes Einwohnerproblem ist ein wichtiges und nicht zu verachtendes Anliegen, was sachlich gut und schnell geklärt werden muss. Sachkundige Bürger müssen in Projekte eingebunden werden, um die Kommunikation zu den Bürgern zu verbessern. Um die Bürgernähe noch intensiver zu leben, möchte ich auch die Bürgermeistersprechstunde wieder einführen.

Für Konfliktstoff sorgt die Frage, was aus den Garagenpächtern wird, wenn das neue Feuerwehrdepot gebaut wird. Inwiefern sehen Sie da eine
Lösung?

Es ist sehr schade, dass aus dieser einstimmigen Entscheidung des Stadtrates eine so eine große Verhärtung der Fronten entstanden ist. Hier hat es wohl leider während des Entscheidungsprozesses an Transparenz gemangelt. Der Stadtrat hat sich wirklich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt. Viele Seiten, speziell natürlich auch die der Feuerwehren mit den Bedingungen und Vorschriften, wurden einbezogen. Die Garagenpächter haben jetzt noch über ein Jahr Zeit, sich mit Alternativen zu beschäftigen. Ausweichflächen für die Neuerrichtung von Garagen wurden angeboten. Pächter, die keine Alternativlösung sehen, sollten bitte dringend das persönliche Gespräch suchen.

Was sind die wichtigsten Punkte in Ihrem Wahlprogramm?

Da kann ich nur dazu sagen, dass alle meiner Punkte in meinem Wahlprogramm wichtig sind! Alle Leser der "Freien Presse" sollten wissen, dass ich mich als Bürgermeister für das Ziel "Thum - der Ort für Tradition und Zukunft" einsetzen werde. Ich möchte, dass unsere Stadt sorgfältig ihre erzgebirgischen Traditionen pflegt und auch für alle Generationen bedarfsgerechten und angemessenen Wohnraum schafft! Gern stehe ich allen Einwohnern persönlich für Fragen zur Verfügung. Für mehr Informationen empfehle ich meine Facebook-Seite oder meine Webseite.

www.mario-schoene.de

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.