Neues Auto kommt in Sicht: Viel Hilfe für Paul und seine Mutter

Das alte Fahrzeug der Familie ist verschrottet, der Junge muss vorerst zu Hause bleiben. Aber nicht mehr lange. Denn die Unterstützung durch die Leser ist enorm.

Aue-Bad Schlema.

Zurzeit hat Paul (16) schlechte Laune, denn er muss in seinem Zimmer bleiben. An seiner Schule gab es einen Corona-Fall, er gilt als Kontaktperson. "Bis jetzt hat er keine Symptome, und wir hoffen, dass es so bleibt", sagt Christina Nitzsche (40), seine Mutter.

Diese Woche erhielt sie einen überraschenden Anruf aus der Schule: Sie sollte Paul vorzeitig abholen. Das war ein Problem, denn vor ein paar Tagen hat die Auerin ihren 22 Jahre alten Renault Espace, der nicht mehr durch den Tüv gekommen ist, verschrotten lassen. Jetzt hat sie kein Auto mehr, in dem sie ihren Sohn samt seinem Rollstuhl transportieren kann. Paul musste also alleine in der Schule ausharren, bis am Nachmittag der reguläre Behindertentransport fuhr.

Für Einkaufsfahrten hat sich Christina Nitzsche einen alten Volvo geborgt - aber ein Rollstuhl passt da nicht hinein. Das Leben ohne Auto ist heutzutage nicht einfach. Ist man auf sperrige Hilfsmittel angewiesen, gilt das doppelt. "Leser helfen", die Spendenaktion der "Freien Presse", unterstützt die Familie aus dem Erzgebirge deshalb bei der Anschaffung eines neuen behindertengerechten Fahrzeugs. Dank der Hilfe vieler Spender ist der Erfolg bereits in Sicht. Knapp 30.000 Euro waren bis Mitte dieser Woche auf das Sammelkonto für Paul eingegangen.

"Vielen, vielen Dank für die Hilfe, das ist unglaublich. Dass es so viel wird, hatte ich nie und nimmer erwartet", sagt Christina Nitzsche. "Ich weiß, dass viele Leute Paul kennen, schon durch den Fußball, aber so viele nun auch wieder nicht."

Früher waren die beiden oft im Erzgebirgsstadion zu Gast, um die Veilchen anzufeuern. Jetzt kickt der FC Erzgebirge für die Familie. Nachdem der Verkauf von Unterstützertickets für das Heimspiel gegen Jahn Regensburg mehrere Tausend Euro in die Kasse brachte, kündigte FCE-Geschäftsführer Michael Voigt diese Woche an, dass die Aktion verlängert wird: Auch die Einnahmen aus dem Verkauf von Unterstützertickets für die Zweitligapartie am Donnerstag gegen den Karlsruher SC sollen Paul zugutekommen. "Ziel ist, dass wir den behindertengerechten Umbau des neuen Autos aus dem Erlös bezahlen", sagt Michael Voigt. "Ich denke, das klappt, die Veilchenfamilie ist groß und stark."

Hilfe für Paul haben auch zehn Apotheken aus dem Altkreis Aue-Schwarzenberg versprochen. "Wir verschenken derzeit wieder Kalender an unsere Kunden. Dabei bitten wir um eine Spende", sagt Antje Bertram, Inhaberin der Vogelbeer-Apotheke in Lauter. An der Aktion nehmen außerdem Apotheken aus Schwarzenberg, Bernsbach, Aue, Lößnitz und Eibenstock teil.

Paul wurde als kerngesunder Junge geboren. Vor neun Jahren steckte er sich mit Tuberkulose an, die eine Hirnhautentzündung nach sich zog. Seitdem ist er schwer behindert.

www.freiepresse.de/leserhelfen

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