Neustart im Sächsischen Hof - ein Hauch Italien in der Bergstadt

Fast ein Jahr lang blieb das markante Gebäude am Scheibenberger Markt leer. In wenigen Tagen wird wieder aufgetischt und übernachtet. Zwei Annaberger haben das Restaurant samt Hotel gepachtet und gleich noch zwei Erzgebirger von der Ostsee zurück in die Berge gelockt.

Scheibenberg.

Wer dieses Haus betritt, der taucht sofort in vergangene Jahrhunderte ein. Am Scheitelstein des Eingangsportals steht das Jahr 1522. Einst beherbergte es das Rathaus, den meisten ist es aber als Hotel und Restaurant bekannt - der Sächsische Hof in Scheibenberg.

In den vergangenen Monaten war es sehr ruhig um das Haus geworden. Der ehemalige Pächter war weg, der Betrieb eingestellt. Doch dann tauchte in den sozialen Medien eine Nachricht auf. Es war im Frühjahr dieses Jahres. Sandy Posch und Maik Sayffert suchten Personal. Die beiden sind die neuen Pächter des Sächsischen Hofes.


Die Idee, sich selbstständig zu machen, hatten Sandy Posch und Maik Sayffert schon länger. Beide kommen aus der Gastronomiebranche, er ist Koch, sie kommt aus dem Service. Also suchten sie nach einem geeigneten Objekt in der Region. In Neudorf und Annaberg-Buchholz schauten sie sich um. Doch so richtig wollte es nicht passen, bis sie auf die Anzeige für den Sächsischen Hof stießen. Das Haus gehört dem Unternehmen Gross Hotelbetriebe, zu denen auch der Wilde Mann in Annaberg-Buchholz und die Sachsenbaude in Oberwiesenthal zählen. Eben bei jener Firma rief Sandy Posch an. Schon nach der ersten Besichtigung sei den Erzgebirgern klar gewesen, dass es der Sächsische Hof werden soll. Die Kombination aus Hotel und Gaststätte sei perfekt. Sie schliefen eine Nacht drüber und sagten schließlich zu. Im Wilden Mann in Annaberg konnte Sandy Posch zudem in einen Hotelbetrieb reinschnuppern. Vorbereitung ist alles.

Noch im August soll der Sächsische Hof wiedereröffnen. Bis dahin ist aber noch eine Menge zu tun. Und auch schon in den vergangenen Wochen und Monaten schufteten die neuen Pächter für ihren Traum. In der ersten Etage werden sämtliche Zimmer neu gestaltet. Und auch in den übrigen Etagen erfolgten Renovierungsarbeiten. Nach und nach sollen alle Zimmer modernisiert werden. Ziel sei es, für das Hotel drei Sterne Plus zu erhalten. Vom Touristen bis zum Arbeiter, der die Woche über in der Region ist, wollen sie für alle etwas anbieten, so Sandy Posch. 24 Zimmer und eine Suite hat das Hotel Sächsischer Hof. Komplett erneuert werden aktuell zehn Zimmer.

Und auch in der Küche musste Hand angelegt werden. Dabei unterstützte auch der Verpächter, sagen die neuen Betreiber. Apropos Küche: Maik Seyffert will vor allem frisch und mediterran kochen. "Natürlich wird es auch eine Roulade oder einen Sauerbraten geben", sagt der 38-Jährige. Aber solche Gerichte stehen bei vielen Gaststätten auf der Speisekarte. Mit der mediterranen Küche wollen sich die beiden abheben. Kaffee und Kuchen sollen ebenfalls ins Angebot. "Unsere Köchin kann gut backen und hat viel Erfahrung in der Pâtisserie", erzählt Maik Seyffert. Einen Ruhetag im Restaurant soll es übrigens nicht geben. Das sei schon aufgrund des Hotelbetriebes nicht möglich.

Noch einmal zurück zu der Annonce im Internet, mit der die neuen Betreiber des Sächsischen Hofes nach Personal suchten. Zwei, die sich daraufhin meldeten, sind Nils und Julia Bocek. Sie arbeiteten zuletzt an der Ostsee, doch nun zog es die Erzgebirger zurück in ihre Heimat. Von der See in die Berge könnte man sagen. Probleme, Personal zu finden, hatten Sandy Posch, die in Marienberg aufwuchs, und Maik Seyffert übrigens nicht. Ihr Postfach bei Facebook habe genügt, um das neue Team auf die Beine zu stellen.

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