Österreichisches ins Erzgebirgische

Ein kleiner Verlag hat ein Buch mit einem Augenzwinkern in die hiesige Mundart übersetzt. Sogar im Schulunterricht könnte es seinen Platz finden.

Annaberg-Buchholz/Limbach-Oberfrohna.

Erzgebirgische Mundart mit einem Augenzwinkern und eine Geschichte fürs Herz: Das sind die Zutaten, mit denen der Verleger Christian Wobst den erzgebirgischen Dialekt in möglichst viele Bücherregale in der Region bringen möchte. Mit "Cora un Carlos - Enne besondre Freindschaft" hat er in seinem kleinen Verlag Edition Claus in Limbach-Oberfrohna ein Büchlein herausgebracht, das noch dazu eine Weltpremiere sein soll. "Es ist meines Wissens das erste Buch, das vom Österreichischen ins Erzgebirgische übersetzt wurde", erklärt der 38-Jährige.

Doch wie kam er auf diese verrückte Idee? Ganz einfach: Christian Wobst nutzte auf der Messe "Buch Wien" im November vergangenen Jahres die Zeit, um viele nette Gespräche zu führen - unter anderem auch mit Rudi Gradnitzer, Inhaber des Verlages bahoe books aus der österreichischen Hauptstadt. Dieser bot dem Verleger aus Sachsen an, seinen Bestseller "Cora und Carlos" als sächsische Version herauszubringen.

Christian Wobst gefiel dieser Gedanke sofort, allerdings sollte es nicht irgendein "Sächsisch" werden, sondern das Erzgebirgische. Schließlich hat der Verlag seinen Sitz am Tor zum Erzgebirge. Für den Job des Übersetzers konnte er Erik Kiwitter gewinnen. Der Journalist der "Freien Presse", in Stollberg geboren und in Oelsnitz aufgewachsen, ist waschechter Randerzgebirger. Mit Akribie hat er die Reime der Kinderbuchautorin Julia M. Makoschitz Wort für Wort übertragen. Von der Geschichte des ursprünglichen Buches geht dabei nichts verloren: "Cora un Carlos" ist eine Fabel über Freundschaft in einer neuen Stadt. Sie zeigt, dass man dem Gruppendruck und der Hierarchie widerstehen kann und jedes Tier am Ende seine Einsamkeit durchbrechen kann. Gezeichnet wurden die Aquarelle im Buch von der Autorin, die in Wien als Kunstlehrerin arbeitet. Für die erzgebirgische Ausgabe fertigte sie zusätzliche Zeichnungen an.

Bei den Lesern kommt das Buch an. "Schon zur Premiere auf der Buchmesse in Leipzig haben wir viel positives Feedback erhalten. Unter anderem haben uns Lehrer angesprochen, die das Buch im Unterricht einsetzen wollen. Und das man mit dem erzgebirgischen Dialekt viel Spaß haben kann, versteht sich ja von selbst. Genau so sollte es sein", so Christian Wobst.

Das Buch "Cora un Carlos - Enne besondre Freindschaft" hat 24 Seiten und ist in allen "Freie Presse"-Shops im Erzgebirge erhältlich. Es kostet 8 Euro. (fp)

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