Pfad-Finder packen wieder an: Zwangspause an Ruine beendet

Die Buchholzer Initiative will die Überreste der einstigen Gottesackerkapelle mehr zur Geltung bringen. Zwar konnten die Mitstreiter das Frühjahr durch das Corona-Virus kaum nutzen. Doch jetzt legen sie wieder los - samt Vorsichtsmaßnahmen. Grund zur Freude gibt noch ein anderes Projekt.

Annaberg-Buchholz.

Es geht wieder los: Nach einer Zwangspause durch das Corona-Virus packen die Buchholzer Pfad-Finder auf ihrer wichtigsten Baustelle wieder an. Ganz am Ende der Karlsbader Straße, bevor diese die B 101 kreuzt, wollen sie die Ruine der Gottesackerkapelle und das dazugehörige Gelände herrichten und der Anlage so auch zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen. Doch das Frühjahr konnten sie wegen der Gefahr durch das Virus sowie durch bestehende Auflagen kaum nutzen. Mittlerweile sind zwei Arbeitseinsätze absolviert worden - abgestimmt mit der Stadt und mit Hygienekonzept, wie Jens Lötzsch von der Initiative erklärt.

Bis zu acht Leute dürfen dafür auf der Baustelle sein und mit ausreichend Abstand zueinander anpacken. "Jeder hat eigenes Werkzeug und wir tragen ohnehin oft Handschuhe", erklärt der Buchholzer. Natürlich würden Geräte auch desinfiziert. Seit mehr als einem Jahr packen die Pfad-Finder auf dem Gelände an - normalerweise mit zehn bis 15 Leuten. Und so wurden Steine der Ruine sortiert und bereichsweise ein neues Fundament angelegt. "Wir haben eine Natursteinmauer wieder aufgebaut", sagt Jens Lötzsch. Dafür wurden zum Teil vorhandene Steine genutzt, weitere kamen hinzu. Und so nimmt die Ruine langsam wieder Gestalt an - nach historischen Vorgaben und in Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde und der Kirchgemeinde. "Ein Ingenieurbüro hat uns dafür ein Projekt erstellt", erklärt der Buchholzer.

Doch warum der Einsatz an dieser Stelle? Jens Lötzsch: "Das Gelände soll ein weiterer Punkt unseres Historischen Pfads durch Buchholz werden." Schon in den vergangenen Jahren hatten sich die Pfad-Finder an anderen Stellen in dem Stadtteil engagiert und dafür etwa das Viermetzdenkmal, den Krötenbrunnen sowie das Türmel und den Wettinhain wieder hergerichtet. Die Pflege der Anlagen übernehmen sie ebenfalls - wie alles andere geschieht das ehrenamtlich.

Die Arbeiten auf der aktuellen Baustelle indes werden noch bis ins nächste Jahr hinein andauern. "Wir wollen die Ruine wieder so herrichten, dass man eine Ahnung davon bekommt, wie es hier einmal aussah", sagt Jens Lötzsch. Außerdem soll das Gelände zum Aufenthalt einladen und eine Tafel an die Geschichte der Gottesackerkapelle erinnern. "Hier war ja der alte Buchholzer Friedhof, daher rührt der Name", erklärt der Mitstreiter der Pfad-Finder. Zunächst sei die Kapelle als reguläre Kirche, später als reine Friedhofskirche genutzt worden.

Die Arbeitseinsätze sind aber nur ein Metier der Pfad-Finder. Ein anderes ist eine eigene App für Nutzer von Smartphones und Co: die AB Info. Sie ist gedacht für Einwohner und Gäste von Annaberg-Buchholz und wurde im vergangenen Jahr an den Start gebracht. "Wir haben mittlerweile 8000 aktive Nutzer, das ist enorm", sagt Jens Lötzsch. Täglich gebe es Zugriffszahlen, die zwischen 800 und 2000 liegen - auch das sei sehr gut. Moderne Vermarktungswege werden ebenfalls in anderen Bereichen genutzt, etwa um Gebäude in Buchholz wieder an die Frau oder den Mann zu bringen sowie Investoren zu finden, die Wohnraum schaffen. Dafür gibt es eine Immobiliendatenbank, für die mit einer darauf spezialisierten Firma zusammengearbeitet wird.

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