Philharmoniker lassen zum Geburtstag den Drachen steigen

Die Partystimmung hält an im Eduard-von-Winterstein-Theater: Nachdem das Haus in der jüngsten Spielzeit 125. Geburtstag gefeiert hat, steht in der neuen Saison das Orchester in Mittelpunkt. Das lockt erneut prominente Gäste.

Annaberg-Buchholz.

Klassiker der Filmmusik haben sich die Musikerinnen und Musiker der Erzgebirgischen Philharmonie für ihre Jubiläumssaison ausgewählt: "Frozen", "Pirates of the Caribbean" "Lord of the Rings" und "Titanic" sind nur einige der bekannten Titel, die auf dem Programmzettel stehen. Das traditionsreiche Orchester feiert in dieser Spielzeit sein 130-jähriges Bestehen.

Doch nicht nur die Namen der Werke besitzen große Popularität. Auch die Namen der Gäste, die erwartet werden - unter anderem zum 3. Philharmonischen Konzert, das "Kino für die Ohren" verspricht. Allen voran Dieter "Maschine" Birr, über Jahrzehnte die markante Stimme der Puhdys. Aber auch Komponist Peter Gotthard hat sich als Gratulant angemeldet. Mehr als 500 Filmmelodien hat er geschrieben - darunter so bekannte Stücke wie "Wenn ein Mensch lebt" und "Geh zur ihr" aus dem bekannten Defa-Film "Die Legende von Paul und Paula". Erst in diesem Jahr ist Peter Gotthard mit dem Ehrenpreis des Deutschen Filmmusikpreises für sein Lebenswerk geehrt worden.

Ein Konzert, mit dem Generalmusikdirektor Naoshi Takahashi einmal mehr alle Generationen im Publikum ansprechen will. Eigens dafür ist dieses crossmediale Projekt zusammen mit der Hochschule in Mittweida entwickelt worden. "Die Musik von Paul und Paula fasziniert nach wie vor", sagt er und hofft, dass bei diesem Konzert Enkel und Großeltern gleichermaßen begeistert im Publikum sitzen.

Aber auch bei den anderen neun Philharmonischen Konzerten setzt der langjährige Dirigent - zu Beginn der Spielzeit 2004/05 hatte er zunächst als Kapellmeister begonnen, schon 2006 war er mit dem Titel des Generalmusikdirektors ausgezeichnet worden - auf Vielseitigkeit. So kommt bei der fünften Veranstaltung der traditionsreichen Reihe Klassik durchaus modern und durchaus witzig daher mit Sergej Prokofjews Sinfonie Nummer 1. Außerdem ist beim 7. Philharmonischen Konzert ein Hauch von Jazz zu spüren, wenn Friedrich Gulda "Konzert für Violoncello und Blasorchester" erklingt. Den Dirigentenstab schwingt übrigens an den beiden Konzertabenden Dirk Wucherpfennig. Eigentlich Soloschlagzeuger des Berliner Konzerthausorchesters tauscht er seine Trommelstöcke des öfteren gegen Dirigentenstäbe, weiß Naoshi Takahashi.

Doch neben den großen Konzertabenden in den beiden angestammten Häusern des Ensembles - dem Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz und dem Kulturhaus in Aue - wird "der stille Maestro" nie die Region aus dem Auge verlieren. Das Erzgebirge, das ihm als gebürtigen Japaner längst zur zweiten Heimat geworden ist, nicht nur der Familie wegen. Und so ist er mit seinen Musikerinnen und Musikern unter anderem in der nächsten Woche beim großen Erzgebirgischen Sängerfest in Marienberg mit dabei, führt im November Mozarts "Requiem" in Sankt Annen auf und gestaltet noch im gleichen Monat die Uraufführung von Klaus Heizmanns Oratorium "Paulus" in der Pauluskirche in Sehma mit. Auch mit den traditionellen Neujahrskonzerten ist der Klangkörper zu Beginn des neuen Jahres wieder im gesamten Erzgebirge unterwegs.

Das 1. Philharmonische Konzert erklingt heute Abend im Kulturhaus in Aue und am 17. September im Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz. Beginn ist jeweils 19.30 Uhr.

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