Plan gegen Lärm beschlossen

Hinsichtlich des Autoverkehrs geht es in der Kreisstadt entlang der beiden Bundesstraßen am lautesten zu. 200 Menschen müssen nachts sogar einen gesundheitsrelevanten Lärmpegel ertragen. Doch was heißt das?

Annaberg-Buchholz.

Lärm macht krank. Folgen können Bluthochdruck, Konzentrationsstörungen oder Herzkreislauferkrankungen sein. Das ist durch Studien wissenschaftlich belegt. Verkehrslärm macht da keine Ausnahme, auch wenn er sozusagen permanent vorhanden ist. Um dagegen etwas unternehmen zu können, sind sogenannte Lärmaktionspläne da, die regelmäßig von den Kommunen fortgeschrieben werden müssen.

Der Stadtrat von Annaberg-Buchholz hat das in seiner jüngsten Ratssitzung mehrheitlich getan. Dabei wurde deutlich, dass der Plan am Ende aber wohl nichts weiter als ein Papiertiger sein wird. Denn Abhilfe, sprich eine Lärmreduzierung, ist so einfach nicht möglich.

Für den Lärmaktionsplan wurde die Lautstärke entlang der beiden durch das Stadtgebiet führenden Bundesstraßen 95 und 101 untersucht. Hannes Lemke vom Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme (IVAS) Dresden verdeutlichte dabei zunächst, dass Verkehrslärm hauptsächlich von drei Faktoren abhängig ist. Das sind die zulässige Höchstgeschwindigkeit, der Fahrbahnbelag sowie die Fahrzeugfrequenz. Die liege auf der B 95 zwischen 10.900 und 18.600 Fahrzeugen pro Tag und auf der B 101 zwischen 9100 und 14.100.

Ein Lärmpegel größer 55 Dezibel in der Nacht sei gesundheitsgefährdend. Diese Größenordnung werde im Kreuzungsbereich der zwei Bundesstraßen, Teilen der Paulus-Jenisius-Straße sowie der Talstraße erreicht. Davon betroffen seien rund 200 Personen, so Lemke.

Davon ausgehend fragte CDU-Stadtrat Steffen Simon: "Und was machen wir jetzt mit den 200 Betroffenen?". Lemke: "Rechtlich gibt es keinen Anspruch darauf, dass an den beiden Straßen weitere Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt werden". Unabhängig davon sei die Stadt bei Bundesstraßen kein Baulastträger, könne also selbst nichts tun, außer mit dem zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr das Gespräch zu suchen. Und das werde man auch tun, versprach Bürgermeister Thomas Proksch. "Jede noch so kleine Verbesserung ist für die Betroffenen ein wichtiges Ergebnis", so Proksch.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...