Preßnitztalbahn wird für spannendes Jahr fit gemacht

Derzeit sind die Kessel bei den Loks der Preßnitztalbahn kalt. Doch schon bald gibt es wieder Dampf auf der Strecke Steinbach-Jöhstadt. Indes sind kostspielige Untersuchungen an der Technik notwendig.

Jöhstadt.

Nach den anstrengenden Fahrtagen im Dezember und über den Jahreswechsel haben die Loks der Museumsbahn Steinbach-Jöhstadt jetzt eine verdiente Ruhepause. Das Feuer ist verlöscht, die Kessel kalt. Doch viel Zeit zum Verschnaufen bleibt ihnen nicht. Über 20 Veranstaltungen stehen entlang der 8 Kilometer langen Strecke 2016 auf dem Programm. Veranstaltungen, die meist mehrere Fahrtage beinhalten. Und bereits Ende Januar sind Winterdampftage angesagt. Die Verantwortlichen der IG Preßnitztalbahn sind sich derweil sicher, dass das neue Jahr ebenso erfolgreich verläuft wie das vergangene.

Die Bahn zählte im vergangenen Jahr 33.141 Fahrgäste und zusätzlich 8000 Besucher zu den Veranstaltungen. "Wir hatten 115 Betriebstage und das, obwohl alle Mitstreiter dabei ehrenamtlich unterwegs sind", lobt Gerald Seifert, stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer des Vereins, das Engagement der Mitglieder. Zugleich zeigt er sich zufrieden, dass sich die Schmalspurbahn weiterhin sehr großer Beliebtheit erfreue. Eine neue Dimension hat seit kurzem die Mitgliederzahl angenommen. 503 Mitstreiter zählt die Interessengemeinschaft. Ganze Familien sind im Verein integriert. Aber auch Österreicher, Holländer und viele Fans aus den alten Bundesländern gehören der Gemeinschaft an. 100 Mitstreiter bilden den aktiven Kern. "Sie sichern die Fahrtage ab, helfen unter anderem in der Verwaltung oder beim Marketing", so Seifert. Der Verein präsentiert die Museumsbahn immerhin auf über 20 Messen in Deutschland und ist ebenso bei welchen in der Schweiz und Tschechien mit dabei. Bei den Veranstaltungen gibt es in diesem Jahr einige besondere Anlässe. So feiert die Bahn im Juni das 20-jährige Bestehen des Haltepunkts "Forellenhof". Extra Fahrtage gibt es auch Anfang Juli zum Jöhstädter Oltimerfest, das aller zwei Jahre stattfindet, und zum Schalmeientreffen und Musiktreffen der Feuerwehrkapellen Ende August in Steinbach. Doch um zu den Fahrtagen für das entsprechende Museumsflair zu sorgen, muss der Verein allerhand Aufwand betreiben. Eisenbahner sagen nicht umsonst, dass eine Dampflok lebt.


Bei zwei Loks der sächsischen Baureihe IV K sind die Einsatzfristen abgelaufen. Eine der urigen Loks, die einst bei Hartmann in Chemnitz gebaut wurden, kehrt voraussichtlich im Frühjahr von der Hauptuntersuchung aus dem Dampflokwerk Meinigen zurück. Einer weiteren Vertreterin der Baureihe steht dieser "Lok-TÜV" in diesem Jahr noch bevor.

Kein Pappenstiel: Gerald Seifert geht von 300.000 bis 400.000 Euro für solch eine Hauptuntersuchung aus. Von diesen vier Flaggschiffen der Museumsbahn steht also zurzeit nur eine Maschine zur Verfügung. "Eine weitere IV K ist nicht betriebsfähig und auf einem Transportwagen im Betriebswerk Glauchau zu besichtigen", so der Geschäftsführer. Lokomotivmangel besteht dennoch nicht. Mit dem "Meppel", der kleinen 99 4511, die voriges Jahr oft auf anderen Museumsbahnen ausgeholfen hat, und der kräftigen VI K stehen weitere "Dampfer" zur Verfügung. Doch Lokliebhaber aufgehorcht: Die blaue "Aquarius C", eine Leihgabe von der Insel Rügen, muss sich an Ostern das Rauchen abgewöhnen. Auch bei diesem Exot ist dann die Einsatzfrist abgelaufen.

Was die Reparaturbedingungen in der eigenen Werkstatt in der Ausstellungs- und Fahrzeughalle angeht, so sollen diese durch den Einbau eines Brückenkranes verbessert werden. Weitere Gleiserweiterungen in Jöhstadt sind für das Jahr 2017 vorgesehen. Zurzeit läuft dafür eine Spendenaktion. Ein wichtiger Schritt beim Ausbau der Bahnanlagen ist 2015 geschehen. Mit dem Aufbau von neuen Gleisen und Weichen besteht seitdem die Möglichkeit, den Wagenzug mit Lokomotiven zu umfahren. "Wir haben dadurch keine aufwendigen Rangierarbeiten mehr und somit mehr Sicherheit für die Fahrgäste, die in Ruhe aus- und einsteigen können", so Gerald Seifert.

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