Regelmäßige Testung von Pflegepersonal hat begonnen

Das Problem: Nicht in allen Einrichtungen sind die Mitarbeiter dazu bereit

Annaberg-Buchholz.

Dringt das Corona-Virus in ein Pflegeheim ein, ist das in der Regel mit vielen Infektionen und Todesfällen der Bewohner verbunden. Mehrere Einrichtungen im Erzgebirgskreis haben das in den vergangenen Monaten bereits erlebt. Um diese Gruppe besonders gefährdeter Menschen noch besser zu schützen, soll intensiver als bislang getestet werden. Die aktuell gültige Corona-Schutzverordnung für den Freistaat gibt dazu etwa vor: "Für Alten- und Pflegeheime sowie ambulante Pflegedienste wird eine regelmäßige Testung für die Beschäftigten, möglichst zweimal wöchentlich, angeordnet." Soweit zur Theorie. Doch wie sieht es in der Praxis aus?

"Die Tests stellen inzwischen zum Glück kein Problem mehr dar. Sie sind in ausreichender Menge erhältlich", sagt Jens Gundermann, Geschäftsführer des Awo-Kreisverbands Annaberg/Mittleres Erzgebirge, der beispielsweise in Bärenstein ein Altenheim betreibt. Ein Problem aber sei weiterhin vorhanden: Das Personal, das die Tests durchführt. Es muss aus der vorhandenen Belegschaft rekrutiert werden. Die aber wird in diesen Zeiten an allen Ecken und Enden benötigt. "Noch haben wir deshalb nur eine für die Tests qualifizierte Person", so Gundermann. Es soll aber noch eine zweite und eventuell dritte Person dafür ausgebildet werden.

Im DRK-Altenhilfezentrum Thum gibt es bereits fünf Mitarbeiter, die die Tests durchführen dürfen, sagt Verwaltungsleiterin Silke Weigel. In der Einrichtung werde schon seit November so getestet, wie es jetzt verlangt wird. Und die Mehrzahl der Beschäftigten seien darüber sehr froh, bedeutet der Test doch auch für sie selbst eine gewisse Sicherheit. Denn laut Weigel gab es bei den Testungen durchaus schon sogenannte Zufallsbefunde, Mitarbeiter also positiv waren, obwohl sie keine Symptome hatten.

Etwas anders sieht die Situation im Advita-Haus Nussknacker in Ehrenfriedersdorf aus. Niederlassungsleiterin Katja Schreiter sagt: "Wir bieten die Schnelltests an. Die Mitarbeiter lehnen sie allerdings ab". Und man könne ja niemanden zwingen, so Schreiter. Unabhängig davon würden Beschäftigte, bei denen Symptome auftreten, sofort zum Arzt geschickt.

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