Retter haben keine Zeit zum Feiern

Der DRK-Ortsverband in Thum hat in diesem Monat 85. Geburtstag. Oft sind die Mitglieder unauffällig präsent - besonders wieder in diesen Tagen.

THUM.

"Zugegeben - wir haben wegen der Absicherung von Diensten und von mehreren Veranstaltungen gar keine Zeit zum Feiern. Hinzu kommt ja auch noch das Thumer Stadtjubiläum", sagt der Vorsitzende des DRK-Ortsverbandes Thum, Robby Schubert. In jedem Fall aber möchte er daran erinnern, dass der Verband in diesen Tagen seinen 85. Geburtstag feiert. Die Geschichte der Vereinigung geht allerdings viel weiter zurück. Schon 1908 gab es den Samariterverein Thum mit dem Grundgedanken, Menschen zu helfen. Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten sind alle derartigen Vereine aufgelöst worden. Exakt am 14. Juni 1934 wurde dann das DRK Thum gegründet.

Rettungswache, Altenhilfezentrum, Begegnungsstätte Waldfrieden - doch nicht nur hauptamtlich ist das DRK in der Stadt aktiv. Seit 85 Jahren engagieren sich Leute dabei ehrenamtlich und setzen sich für Menschen in Not ein. "Zu uns gehören Erzieher, Studenten, Rentner, Verkäufer, Krankenschwestern und viele Berufssparten mehr", berichtet Jens Jakob. Er ist Schatzmeister und Leiter für aktive Dienste im Verein und von Beruf Notfallsanitäter. Robby Schubert ergänzt, dass hin und wieder die Frage kommt, ob es den Ortsverband Thum noch gibt. "Jawohl, uns gibt es noch", so der Vorsitzende und hat er zugleich einige Zahlen parat. "Mit 41 Kameradinnen und Kameraden sind wir eine recht große Familie, deren Mitstreiter allein in den vergangenen zwei Jahren 6400 Dienst- und Einsatzstunden absolviert haben", so Schubert. Dabei gehöre auch die Aus- und Fortbildung dazu.


Bei den vielen Einsatzstunden stehen ganz aktuell die Teichdienste während der Badesaison am Greifenbachstauweiher ganz oben an. Dann sind die Mitstreiter des DRK Anlaufstelle für Sorgen und Nöte aller Art am Geyerschen Teich. Oftmals sind die Kameradinnen und Kameraden recht unauffällig präsent und helfen bei so manchen Wehwehchen. Ein Beispiel dafür ist auch das Country-Open-Air an den Greifensteinen. Das Spektakel wird schon seit Jahren vom Ortsverband begleitet. "Zwischen Tausenden Cowgirls und Cowboys sind wir auch da, wenn der Fuß eine Blase hat", berichtet Robby Schubert schmunzelnd. Schönwettersamariter? Keineswegs. Die Thumer sind bei jedem Wetter beim Skispringen an den Geyerschen Schanzen dabei, sind beim Skijöring in der Bingestadt sowie beim Grasskirennen in Ehrenfriedersdorf präsent und halfen bei der Absicherung des 5. Sächsischen Bergmanns-, Hütten- und Knappentages vor zwei Jahren in Ehrenfriedersdorf. Außerdem sorgen die Mitstreiter bei 13 Blutspendeterminen im Jahr für die leckere Versorgung der Spender. Und der Nachwuchs? Damit ist der Ortsverband richtig gut bestückt. "Die Lösung dafür liegt im Humanistischen Greifensteingymnasium Thum", sagt der Gelenauer Robby Schubert. 2008 ist in der Schule die Arbeitsgemeinschaft (AG) Schulsanitätsdienst ins Leben gerufen worden, die immer für Nachwuchs sorgt. Derzeit sind es 18 Kinder und Jugendliche, die sich in Sachen Erster Hilfe ausbilden lassen und auch hilfreich zur Seite stehen, wenn ein Schüler entsprechende Hilfe braucht. Im vergangenen Jahr hat die AG den Großen Regionalpreis des Erzgebirges erhalten. "Eine riesengroße Auszeichnung für die Kinder und uns", schätzt Robby Schubert ein. Er zeichnet sich in der Gruppe für die praktische Ausbildung verantwortlich, Wendy Nestler für die Theorie. Dabei unterstreicht Schubert, dass die Idee für die Bildung einer solchen Truppe einst von Schulleiterin Ulrike Bauer kam und von der Leiterin für soziale Dienste beim DRK, Silke Weigel. Übrigens wird sich der Ortsverband mit gestalteten Schaufenstern im ehemaligen Thumer Schleckermarkt beim Stadtjubiläum ausführlich darstellen.

Und selbst ohne freiwillige Stunden und Ausbildung steht das Getriebe des Verbandes nicht still: Aktuell sind die Thumer dabei, eine Kat-Schutz-Einheit aufzubauen, die bei Notfällen zum Einsatz kommt. "Dazu erhalten wir ein entsprechendes Fahrzeug und die notwendige Ausrüstung", so Schubert. Ziel soll es sein, dass im zweiten Halbjahr alles in Sack und Tüten ist.

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