Risikogebiet sorgt für erste Stornierungen

Für die Beherbergungsbetriebe kommen die hohen Corona-Zahlen im Kreis zur Unzeit. Unmittelbar vor Beginn der Herbstferien sind viele potenzielle Gäste verunsichert.

Annaberg-Buchholz.

Ein eher anstrengender Arbeitstag ist der gestrige Dienstag für Franziska Luthardt, Leiterin des Regionalbereiches Chemnitz des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Sachsen, gewesen. Viele der rund 250 Dehoga-Mitglieder aus dem Erzgebirgskreis haben sich an Luthardt gewandt, um Antworten auf verschiedenste Fragen zu erhalten. Alle drehten sich dabei um ein Thema: die am Montag bekannt gewordenen sehr hohen Corona-Zahlen im Erzgebirgskreis. Diese führten dazu, dass die Region am gestrigen Dienstag von der sächsischen Regierung als Risikogebiet eingestuft wurde.

"Das ist jetzt, kurz vor den Herbstferien, total kontraproduktiv für alle Hoteliers und Gastronomen", sagte Luthardt. Viele hätten sich bei ihr gemeldet, weil sie in den zurückliegenden Stunden bereits mehrere Stornierungen erhalten haben. Es herrsche überall eine starke Verunsicherung. Besonders schlimm sei, dass die vom Erzgebirgskreis am Montag herausgegebene Allgemeinverfügung kein Enddatum habe. Damit gebe es keine Planungssicherheit mehr für die Unternehmen.

Auch Jens Ellinger, Geschäftsführer der Elldus Resort GmbH Oberwiesenthal, wurde am Dienstag immer wieder mit der Problematik Corona konfrontiert. "Natürlich gab es heute zahlreiche Anrufe von Gästen. Dabei wurde eines immer wieder deutlich: alle sind einfach nur noch verunsichert", sagt Ellinger. Das liege seiner Meinung nach an den je nach Region unterschiedlichen Regelungen. Da blicke keiner mehr durch. "Wir versuchen dann, die Anrufer entsprechend aufzuklären und zu beruhigen. Die Entscheidung, ob der Gast zu uns kommt, muss er allerdings allein tragen", sagt Ellinger. Und leider hätten sich einige aufgrund der aktuellen Gegebenheiten bereits gegen einen Urlaub in Oberwiesenthal entschieden. Ellinger hofft, dass am heutigen Mittwoch in Berlin zunächst einmal das Beherbergungsverbot gekippt wird. Hotels seien keine Corona-Hotspots. "Was wir in Sachen Hygiene unternehmen können, tun wir", sagt der Hotelier. Unter dem Strich sei er optimistisch, dass der ganze Unsinn noch geheilt wird.

Im Olbernhauer Hotel Saigerhütte von Brit und Markus Gorny verlief der gestrige Dienstag nicht viel anders. Auch sie hatten mehrere Anfragen zu beantworten. "Vor allem wollten die Anrufer wissen, was ihnen nach der Rückkehr aus dem Erzgebirge in ihrer Heimat droht, ob sie in Quarantäne müssen", schildert Markus Gorny. Stornierungen hat er am Dienstag indes noch keine erhalten. Die habe es jedoch in Größenordnungen bei privaten Feiern zu Beginn der Pandemie gegeben. Und seitdem sei dieses Geschäft auch nie wieder richtig angelaufen.

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