Ruine droht weiterer Verfall - Stadt plant Rettung

50.000 Euro für ein Stück Heimatgeschichte: Die Stadträte von Grünhain-Beierfeld wollen die Reste der Dudelskirche erhalten. Doch warum?

Waschleithe.

Sie ist kein Museum, und wer sich die historischen Mauerreste anschauen will, der sollte bei schönem Wetter kommen, denn sie bietet kein Dach über dem Kopf. Dennoch gehören die Ruinen und Mauerfragmente der historischen Dudelskirche in Waschleithe zu den beliebten Ausflugszielen in der Region und sind auf besondere Weise ein Stück Heimatgeschichte.

Dabei ist bis heute nicht hundertprozentig klar, wann sie entstanden ist, warum sie zerfiel und ob sie überhaupt je fertig gestellt wurde. Bisherige Forschungen haben jedenfalls ergeben, dass die Dudelskirche (den Namen hat ihr der Volksmund gegeben) schon 1535 besitzlos gewesen sein soll. Soweit die allgemein bekannten Aussagen über die historische Hinterlassenschaft.

Nun aber standen die beeindruckenden Mauern der Dudelskirche in der jüngsten Stadtratssitzung von Grünhain-Beierfeld überraschend auf der Tagesordnung. Denn derzeit müssen einige Bereiche besonders gesichert werden. Rot-weiße Absperrbänder verwehren den Zugang und machen deutlich, dass die Mauern defekte Stellen haben.

"Das betrifft hauptsächlich die Außenwand in Richtung Langenberg", sagt Bürgermeister Joachim Rudler (CDU), der das Thema auf die Tagesordnung hob. Ihm ging es zunächst, wie er mehrfach deutlich betonte, um einen Grundsatzbeschluss, ob man für 50.000 Euro die Fragmente sanieren wolle.

"Wollen wir für die Ruine noch einmal Geld in die Hand nehmen oder wollen wir es nicht", forderte der Stadtchef in der Sitzung eine Entscheidung. Etwas verschmitzt fügte er hinzu: "Wahrscheinlich könnten wir mit dem Geld bald auch eine neue Kirche bauen."

Die Diskussion über die Dudels-kirche, deren Überbleibsel dringend die besagte Rekonstruktion erfordert, wurde im Rat sachlich geführt. Horst Richter (CDU) sagte: "Die müssen wir schon sanieren." Als ein Stück Heimatgeschichte wurde sie von anderen bezeichnet. "Wenn wir nichts machen, besteht die Gefahr, dass sie zusammenfällt", so Rudler und appellierte schließlich im Rat, die Überreste zu erhalten.

Letztendlich sprachen sich die Räte einstimmig dafür aus. Ein Zeitplan für die Rekonstruktion steht noch nicht. Zunächst sollen Fördermittel dafür beantragt werden.

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