Sammlung wächst und wächst: Zeit für ersten großen Einblick

Die Stiftung Seifert aus Annaberg-Buchholz will zeitgenössische Kunst fördern und für die Allgemeinheit bewahren. Es geht vor allem um Werke aus Sachsen. Nach zehn Jahren gibt es nun eine umfassende Ausstellung.

Annaberg-Buchholz/Oelsnitz.

Wenn er so durch den fertigen Katalog blättert, dann kommt Jörg Seifert manchmal ins Schwärmen. "Das hätte ich auch sehr gern gemalt", sagt er und meint eine Arbeit von Annerose Leiter. Mit Wachskreide hat sie ihre Sicht auf die Dinge hinterlassen - kontrastreich und voller Kraft. Allerdings kennen bisher nur wenige Menschen Arbeiten der 2005 verstorbenen Annaberg-Buchholzerin. Im Gegensatz zu Werken von etablierten Künstlern wie dem Chemnitzer Osmar Osten. Beide aber sind mit ihrem Schaffen in der Sammlung der Stiftung Seifert aus Annaberg-Buchholz vertreten. Diese hat sich der Förderung zeitgenössischer Kunst verschrieben und ermöglicht nun erstmals einen großen Einblick in das Zusammengetragene. "Einblicke": So lautet auch der Name der Ausstellung anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Stiftung, die am Freitag, 19 Uhr im Oelsnitzer Heinrich-Hartmann-Haus eröffnet wird.

Es ist zeitgenössische Kunst aus Ostdeutschland, um die es geht. "Vor allem aus Sachsen", sagt Jörg Seifert, der vielen in der Region als Leiter des hiesigen Kunstkellers und freischaffender Künstler bekannt ist. Mit seinem Bruder Holger Seifert hat er auch die Stiftung ins Leben gerufen. Die gesammelten Werke sollen für die Allgemeinheit erhalten und natürlich gezeigt werden. Das geschieht beispielsweise durch Leihgaben für Ausstellungen - etwa in der Neuen Sächsischen Galerie Chemnitz oder für die Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst. Für dieses Genre stehen auch Arbeiten der beiden verstorbenen Künstler Carl-Heinz Westenburger aus Tannenberg und Rudolf Manuwald aus Annaberg-Buchholz. Werke von ihnen sind ebenfalls in der Sammlung der Stiftung Seifert enthalten.

Bislang hat diese mehrere hundert Exponate zusammengetragen. Zum Teil wurden sie angekauft - finanziert durch die Zinsen aus dem Stiftungskapital. Zum Teil handelt es sich um Schenkungen. "Die Sammlung wächst und wächst", sagt Jörg Seifert. In der Ausstellung im Hartmann-Haus sollen Arbeiten von etwa 70 Künstlern zu sehen sein. Der Katalog dazu gibt bereits einen Vorgeschmack - etwa mit Werken von Sabine Sachs, Jörn Michael und Gottfried Rothe aus Annaberg-Buchholz, aber auch von Fritz Keller aus Glauchau (1915 - 1994) und dem 1998 in Chemnitz verstorbenen Carlfriedrich Clauß. Ebenso vertreten sind beispielsweise Holger Koch aus Freiberg und Dagmar Ranft-Schinke aus Chemnitz.

So verschieden die Künstler sind, so groß ist die Bandbreite der Exponate, die im Heinrich-Hartmann-Haus gezeigt werden sollen: Das reicht von Aquarellen bis zu Lithografien, von Farbzeichnungen über Ölgemälde bis zu Holzschnitten. Verbunden ist das mit einer Hoffnung der beiden Brüder, die hinter der Stiftung stehen. "Dass sich die Besucher der Ausstellung überraschen lassen, Neues für sich entdecken, Künstler, die sie bisher übersahen, wahrnehmen und schätzen lernen" - so heißt es im Vorwort zum Katalog.

Die Ausstellung "Einblicke: 10 Jahre Stiftung Seifert" ist vom 17. August bis 7. Oktober im Heinrich-Hartmann-Haus im erzgebirgischen Oelsnitz, Untere Hauptstraße 16, zu sehen. Geöffnet hat die Galerie donnerstags von 9 Uhr bis 17 Uhr sowie freitags, samstags und sonntags von 14 Uhr bis 18 Uhr. Als Begleitveranstaltung ist unter anderem am 7.September eine Lesung mit dem Oelsnitzer Peter Fröhlich geplant. Sie beginnt 18.30 Uhr. Am 30. September beginnt 16 Uhr eine öffentliche Führung.

www.heinrich-hartmann-haus.de

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