Scharfzüngige Wortgefechte zum Thema Älterwerden

Gegenwartstheater steht ab Sonntag auf dem Spielplan im Eduard-von-Winterstein-Theater. Dabei geht es um ein Thema, bei dem eigentlich jeder mitreden kann.

Annaberg-Buchholz.

Irgendwann trifft es jeden: das Älterwerden. Ein Stoff, der immer wieder für neue Geschichte gut ist. Auch der amerikanische Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmproduzent Richard Alfieri hat sich damit auseinandergesetzt. Herausgekommen ist die bitterböse Komödie "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen". Ein Gegenwartsstück, dass 2001 in Los Angeles uraufgeführt wurde und mittlerweile international gefeiert wird. Am Sonntag nun kommt die Geschichte der pensionieren Lehrerin Lily und des ehemaligen Showtänzers Michael erstmals auf die Bühne des Eduard-von-Winterstein-Theaters in Annaberg-Buchholz.

Es ist eine bitterkomische, aber zugleich auch anrührende Geschichte über das Leben, das Älterwerden - über Vorurteile, Einsamkeit und Lebenslügen. In der Inszenierung von Karl Georg Kayser spielt Tamara Korber die pensionierte Lily. Sie ist die Witwe eines erzkonservativen Baptistenpredigers. Maurice Daniel Ernst agiert als Michael auf der Bühne - ein ehemaliger ein ehemaliger Show-Tänzer mit italienischem Temperament, der seine Broadway-Karriere schon hinter sich hat, der zudem schwul und Single aus Überzeugung ist. Im Moment verdient er sein Geld als Tanzlehrer. Seine Agentur "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen" hat ihn an Lily vermittelt, die ihrem eintönigen Alltag durch den privaten Tanzunterricht neuen Schwung geben möchte. Sie könnten also unterschiedlicher nicht sein, die beiden Charaktere, die da aufeinandertreffen. Da scheint Ärger unvermeidlich. Und tatsächlich, vom ersten Moment der ersten Tanzstunde an liefern sich die beiden ein pointiertes Wortgefecht, in dem sie sich in punkto Scharfzüngigkeit und Schlagfertigkeit in nichts nachstehen. Aber bei Swing, Tango, Walzer, Foxtrott, Cha-Cha-Cha und Twist wird aus dem Tanzlehrer immer mehr ein Tanzpartner. Das gegenseitige Vertrauen wächst und Schritt für Schritt steuern Lily und Michael auf eine außergewöhnliche Freundschaft zu. Mitzuerleben, wie die beiden es schaffen, all diesen Ballast abzuwerfen und schließlich zueinander zu finden, das bringt auch die Herzen der Zuschauer zum Tanzen.

Tamara Korber gehört im Ensemble des heimischen Theaters längst zu den bekannten Gesichtern, ist sie doch seit 2013 regelmäßiger Gast des Hauses - wenn auch überwiegend als Regisseurin. Mitunter agiert die studierte Schauspielerin aber auch selbst auch der Bühne, so unter anderem als Mutter Courage in dem gleichnamigen Stück von Bertolt Brecht und im Stück "Angst essen Seele auf" von Rainer Werner Fassbinder. Der eigentlich als Musical-Darsteller ausgebildete Maurice Daniel Ernst gehört erst seit der vorangegangenen Spielzeit zum Ensemble. Doch auch er hat sich längst nicht nur mit seiner Stimme das Publikum erobert. Bühnenbild und Kostüme entwarf Annabel von Berlichingen. Für die Choreografien zeichnet Hanka Kühn verantwortlich.

Die Premierenvorstellung findet am Sonntag statt. Sie beginnt 19 Uhr. Bei der anschließenden Premierenfeier im Foyer des Theaters bitten Tanzlehrer und Tanzschülerinn dann auch das Publikum mit zum Tanz.

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