Schatzsuche seit 50 Jahren

Die Annaberger Münzfreunde frönen seit einem halben Jahrhundert ihrer Leidenschaft. Gemessen am Alter ihrer Sammelstücke sind das nur Augenblicke, denn diese sind teils ein halbes Jahrtausend alt.

Annaberg-Buchholz.

Numismatiker sammeln Schätze, sie suchen diese heute jedoch kaum mehr in Höhlen und Schiffswracks und verbergen sie in Truhen, nein, der moderne Münzsammler besucht Auktionen, legt Sammelalben an und verschließt die wertvollen Stücke sorgfältig in Tresoren und Banken. Auch in Annaberg - und das schon seit nunmehr 50 Jahren.

Die Geschichte des Vereins der Münzfreunde Annaberg begann im Jahr 1967 mit einem Brief aus Rostock. Münzfreunde aus der Hansestadt baten darin um ein Verzeichnis über einstige Annaberger Münzmeister. Der Annaberger Historiker Erich Lorenz fackelte nicht lange und begann zu recherchieren. Für weitere Nachforschungen lud er in diesem Zusammenhang sogar einige ihm bekannte Münzsammler ein, um gemeinsam über die hiesige Münzhistorie zu debattieren und Wissen zusammenzutragen. Der Funke sprang über. Im Mai 1967 gründete Erich Lorenz zusammen mit einigen anderen die Kreisfachgruppe Numismatik Annaberg.


Rasch griff das Münzinteresse in der Region um sich, schon kurz nach der Gründung zählte der Verein 70 Mitglieder. Doch wie kam das zustande? Der Verein selbst, erklärt sich diesen Zulauf mit der Gedenkmünzprägung in der DDR. An die kam man nämlich ohne Beziehungen und außerhalb von Vereinen nur schwer. Doch nicht nur erzgebirgische Münzen wecken das Interesse von Sammlern im Landkreis. Die Sammelleidenschaft von Vereinsvorstand Ulrich Bauer begann zum Beispiel mit einer Münze aus Griechenland aus dem Jahr 1867. "Die habe ich heute noch", sagt der Sammler stolz. Mittlerweile hat der 64-Jährige einige wesentlich ältere Stücke in seinem Besitz, hauptsächlich aus der hiesigen Historie.

Auch seine Kollegen haben Raritäten in petto. "Freie Presse" stellt in den kommenden Wochen anlässlich des Jubiläums einige Stücke und deren Geschichten vor.

Der Verein selbst hat sein Jubiläum zum Anlass genommen, die Münzgeschichte der Region auch für Nicht-Vereinsmitglieder aufzubereiten und setzte dafür eine Chronik mit viel Wissenswertem auf ihre Internetseite. Außerdem nehmen sie am 7. Mai an der Marienberger Münzbörse teil und stehen dann auch für Gespräche und Fragen zur Verfügung. Wer sich dem Hobby selbst widmen möchte, kann auf der Internetseite des Vereins Kontakt zu den Münzfreunden aufnehmen oder am 18. Mai die kostenlose Münzberatung im Frohnauer Hammer besuchen.

 

annaberger-muenzfreunde.de

 


Die Lieblingsstücke der Münzfreunde (Teil 1): ein mehr als 500 Jahre alter Klappmützentaler

Als 1510 Ulrich Bauers sächsischer Guldengroschen, auch Klappmützentaler genannt, geprägt wurde, war die Stadt Buchholz erst 9 Jahre alt. Woher man das weiß, obwohl auf der Münze keine Zahl steht? "Man kann die Münzen nach ihrer jeweiligen Herrscherperiode zuordnen", erklärt Münzsammler Ulrich Bauer. Auf seiner ist Friedrich der Weise zu sehen, der Gründer der Stadt Buchholz. "Es ist schon beeindruckend, eine so alte Münze in der Hand zu halten", schwärmt der Münzfreund. Viele Münzen aus dieser Zeit seien schon stark abgegriffen oder durchbohrt und als Talisman getragen worden. Seinem knapp 30 Gramm schweren Silberstück blieb dieses Schicksal erspart. Durch welche Hände es in den vergangenen Jahrhunderten gegangen ist, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. "Es ist immer nur der letzte Moment sichtbar", bedauert Ulrich Bauer, der die Münze vor zehn Jahren von einem Händler erworben hat. Die Herkunft der Bezeichnung Klappmützentaler ist aber überliefert: so heißt die Kopfbedeckung der abgebildeten Herrscher.

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