Schlettauer gestaltet Online-Adventskalender in Mundart

Andreas Göbel ist der Macher des Internetportals www.erzgebirgisch.de. Aus dessen reichhaltigem Portfolio speist sich nun auch sein aktuelles Projekt.

Schlettau.

Einen virtuellen Adventskalender wird Andreas Göbel 2020 zum zweiten Mal ins Online-Netzwerk stellen. Das Besondere des virtuellen Angebotes: Das digitale Unterhaltungserlebnis widmet sich dem Erzgebirgischen. "Nach der enormen Resonanz der Premiere 2015 habe ich mich entschlossen, eine Neuauflage folgen zulassen", so der Schlettauer. "Es hat bis zu diesem Entschluss bissel gedauert, weil doch ein gewisser grafischer und technischer Programmieraufwand dahintersteckt."

Dessen seit über einem Jahrzehnt gepflegte Webplattform erzgebirgisch.de gilt seit ihrer Freischaltung 2007 als eine erste Adresse zum erzgebirgischen Zungenschlag. In Fleißarbeit hat der 44-Jährige dabei bislang rund 3000 Begriffe zusammengetragen. Schrittweise ist er genauso dabei, die Wörter auch per Tonaufnahmen vorsprechen zu lassen. "Aus diesem Fundus werde ich meinen aktuellen Kalender speisen. Es werden 24 Bildchen veröffentlicht, mit denen ich jeweils erzgebirgische Wörter oder Tätigkeiten in Mundart vorstelle", so der Erzgebirger. Dem geht es dabei nicht nur um den einzelnen Begriff. "Als Beispiel sei etwa das Beziehungsgefüge einer Familie genannt oder meine Vorstellung von Wohn- und Nachbarschaftsbeziehungen."

Gerade zur Adventszeit registriert Andreas Göbel eine erhöhte Zugriffsrate zu seinem digitalen Wörterbuch. "Dann beschäftigen sich durch das weihnachtliche Brauchtum bedingt die Einheimischen, aber auch aufgeschlossene Auswärtige viel mehr mit unserer Redeweise", so der Webprogrammierer und Sprachenthusiast. Zu dessen renommiertesten Vorhaben zählte im Vorjahr die Übersetzung des legendären Büchleins "Der kleine Prinz". Der im hiesigen Zungenschlag veröffentlichte Literaturklassiker wurde unterdessen dank großer Nachfrage neu aufgelegt. Ein Beispiel seines Kalender-Vorhabens hat Andreas Göbel schon einmal für "Freie Presse" geöffnet: Dabei geht es um die Raum- und Nachbarschaftsbeziehungen: Wemmer bei uns sahng mecht, wu mer salberscht hiergieht un annere harkimme, dann is dos ganz aafach: miet "N" is mer's immer salberscht un miet "R" sei's de annern. Esu gieht mer erngdewu "Nieber"un annere kimme "Rieber". Mer ka "Nauf" off'n Buden laafen un genau esu kenne annere von dorten "Runner" kumme.

Stieht mer schie off'm Buden druhm, dann kumme de annern "Rauf" un mer salberscht gieht "Nunner". Is mer ewu drinne, dann gieht mer "Naus" oder de Leit kumme "Rei". Stieht mer dorvier, dann gieht mer "Nei" un de annern kumme "Raus". Un wemmer Gelick hot, dann trifft mer sich a erngdewu bei darer ganzen Rimlaaferei.

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