Schneller als die Polizei erlaubt: Der Neue gibt seinen Einstand

Maurice Daniel Ernst ist das neue Gesicht im Schauspielensemble des Eduard-von-Winterstein-Theaters. Zeit zum Ankommen im neuen Zuhause bleibt dem Hessen allerdings kaum.

Annaberg-Buchholz.

Mit dem großen Theaterfest läutet das Ensemble des Eduard-von-Winterstein-Theaters am Sonnabend die 126. Spielzeit des Hauses ein. Dann wird sich auch das neue Ensemblemitglied Maurice Daniel Ernst offiziell vorstellen - auf dem legendären Roten Sofa. Doch eigentlich kennt ihn das Publikum schon längst. Denn sein Einstand ist ganz anders verlaufen als geplant.

Durch den krankheitsbedingten Ausfall von Nenad Žaniæ musste der gebürtige Gambacher aus der Nähe von Frankfurt am Main schon wenige Tage nach der Ankunft im neuen Wohn- und Arbeitsort auf die Bühne - zunächst auf die Freilichtbühne an den Greifensteinen. In dem erfolgreichen Musical "Heißer Sommer" hat er die Rolle des Abschnittsbevollmächtigten übernommen, die sonst Nenad Žaniæ spielt. Zudem hat er in den beiden letzten "Jedermann"-Aufführung in diesem Sommer die Rolle von Sebastian Schlicht übernommen. Er hat sich zum Saisonende nach vier Jahren im heimischen Theater in Richtung Altenburg-Gera verabschiedet. Seinen Platz im Ensemble hat nun Maurice Daniel Ernst übernommen. Und der ist über diesen unfreiwillig schnellen Einstand nicht unglücklich. "So habe ich die Greifensteine schon mal kennen gelernt", sagt er.

Dabei kann er sich über mangelnde Arbeit ohnehin nicht beklagen. Denn auch in die Wiederaufnahmen aus der vorangegangenen Saison wird er die Rollen von Sebastian Schlicht übernehmen: den Ritter Flammberg im Ritterschauspiel "Kätchen von Heilbronn", den Clifford Bradshaw im Musical "Cabaret" und den Sergeant Tom Connolly in der Komödie "Alles auf Krankenschein". Dazu kommt in der ersten Inszenierung des Hauses in der neuen Spielzeit - "Die Olsenbande - Der große Theatercoup" - die erste eigene Rolle. Die des Streifenpolizisten Ole Gunnarson, der zwar sehr ambitioniert ist, dem aber nichts richtig gelingen will. An seiner Seite agiert Marvin Thiede als Kommissar Mortensen.

"Viel Arbeit, aber auch viel Spaß", sagt er über die ersten Wochen in seinem neuen Arbeitsort. Wobei er dem vergleichsweise kleinen Haus mit einem vergleichsweise kleinen Ensemble viele positive Seiten für sein erstes festes Engagement abgewinnt - nicht nur der vielfach gelobten familiären Atmosphäre wegen: "Ich kann so viele Erfahrungen auf ganz verschiedenen Positionen und in ganz unterschiedlichen Rollen sammeln. Auch in Rollen, die ich sonst vielleicht nie spielen würde." Gute und schlechte Rollen gibt es für den 28-Jährigen sowieso nicht. "Man muss auch jeder Rolle das Beste herausholen", argumentiert er.

Wenngleich er sich in Annaberg-Buchholz auch auf berufliches Neuland wagt. Denn eigentlich ist er ausgebildeter Musical-Darsteller, hat in Osnabrück vier Jahre am Institut für Musik studiert, das Studium im Sommer mit der Bachelor-Arbeit erfolgreich beendet. Im heimischen Theater ist er aber für die Sparte Schauspiel verpflichtet. Aber Musik ist ja bekanntlich ein verbindendes Element.

Und Maurice Daniel Ernst macht nicht nur von Berufs wegen gern Musik - er pflegt sie auch als Hobby, spielt unter anderem selbst Gitarre. Ob dafür Zeit bleiben wird bei dem prall gefüllten Spielplan? Er vermag es noch nicht zu sagen. Das gilt auch für seine zweite Leidenschaft: "Ich koche gern und viel, experimentiere dabei auch gern", verrät er. Diese Leidenschaft jedenfalls wird spätestens zu Weihnachten gefragt sein. Denn in diesem Jahr hat sich die Familie bei ihm zum Festtagsessen angemeldet.


Ausblick auf die 126. Saison

Mit dem Theaterfest wird traditionell die neue Spielzeit am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz eingeläutet. Der Tradition folgt das Ensemble auch in diesem Jahr. Am Samstag wird ab 14 Uhr rund um das altehrwürdige Haus neugierig gemacht darauf, was es danach alles auf den beiden Bühnen des Hauses zu erleben gibt. Es gibt das Kinderkonzert "Schneeweißchen und Rosenrot", eine Schnitzeljagd mit Peterchen auf der Fahrt zum Mond, Puppentheater und Klanggeschichten, Bastelstraße und Requisitenraten, Flohmarkt und Schminkstand, das große Spielplanrätsel und vieles mehr. Zudem stellt sich der Fördervereins des Theaters vor und es gibt Beratungen zum Theater-Abonnement. (af)

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