Schnitzer strahlen nach außen

Mit dem heutigen 30. Juni feiert der Verband Erzgebirgischer Schnitzer seinen 30. Geburtstag. Vieles glückte - manches musste verworfen werden.

Annaberg-Buchholz.

Bang wird es Dietmar Lang beim Blick in die Zukunft des Schnitzens nicht. "Die kreative Holzgestaltung im Erzgebirge wird auch künftig ein wichtiger Teil der Traditionspflege in unserer Region sein", sagt der Vorsitzende des Verbands Erzgebirgischer Schnitzer, der am heutigen 30. Juni seinen 30. Geburtstag feiert. Der Verband registriere wachsendes Interesse bei Kindern und Jugendlichen an der Handwerkskunst.

Im "Erzhammer" in Annaberg-Buchholz kamen damals zahlreiche interessierte Schnitzer aus dem Erzgebirge und umliegenden Regionen zusammen. "Zentrales Anliegen des Treffens war es, nach der politischen Wende neue Möglichkeiten im Bereich des Schnitzens zu beraten", erklärt Stadtsprecher Matthias Förster. Mit der Verbandsgründung bekamen sie eine Stimme, die ihre Interessen bis heute vertritt. Nach außen gibt sich der Verband mit den jährlich stattfindenden Erzgebirgischen Schnitzertage Anfang März in Annaberg-Buchholz eine Bühne. Die Basis bildet jedoch die Vereinsarbeit vor Ort - in der Kreisstadt beispielsweise in der Schnitzschule "Paul Schneider". In Sachen Nachwuchspflege bilden die Kinder- und Jugendkulturtage mit ihrem Wettbewerb ein wichtiges Standbein.

Auch anderweitig wirken die Schnitzer nach außen. "Herausragende Beispiele für die überregionale Zusammenarbeit von Schnitzgruppen waren etwa die Schaffung des Waldgeisterweges im Greifensteingebiet, große Holzbildhauer-Symposien wie 2008 am Pöhlberg, aber auch zahlreiche Schnitzlehrgänge und Ausstellungen. Darüber hinaus gibt es funktionierende internationale Kontakte in zahlreiche Länder. Die wohl größten Leistungen wurden bei der Einrichtung und beim Umbau der örtlichen Schnitzerheimen erbracht", erklärt Förster.

Einige Ziele konnten allerdings nicht realisiert werden: So zum Beispiel ein gemeinsames Warenzeichen für hochwertige handgefertigte Schnitzereien und Volkskunstartikel aus Holz sowie die Herausgabe einer Verbandszeitschrift, auf die nach wenigen Auflagen aus Kostengründen verzichtet werden musste.

Nach 30 Jahren kultureller und gesellschaftlicher Arbeit könne der Verband eine gute Bilanz ziehen. Er ist körperschaftliches Mitglied im Erzgebirgsverein und erhielt 2012 die Auszeichnung "Tradition und Form" des Landrates. (urm)

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.