Schule in Einsiedel - Feier in Gelenau

Zur Jugendweihe ging es für Lucien Hertel in den Ort seiner Grundschulzeit. Sie wurde für ihn zum ersten Klassentreffen.

GELENAU.

Etwas aufgeregt ist Lucien Hertel am Samstagnachmittag schon gewesen, auch wenn er und seine Freunde sich auf die Jugendweihefeier gut vorbereitet hatten. "Als dann das Gelenauer Akkordeonorchester zum Einmarsch Johann Sebastian Bach spielte, der Saal des Volkshauses mit fast 400 Gästen gefüllt war und sich die Bühne vor uns öffnete, war das ein toller Augenblick", beschreibt der Gelenauer seine Eindrücke unmittelbar nach der einstündigen Feier.

Vom wichtigen Schritt ins Erwachsenenleben sprach Bürgermeister Knut Schreiter von neuen Erfahrungen, Herausforderungen und Aufgaben, die zu meistern sind und bei denen sich die jungen Leute auch weiterhin auf ihre Eltern und Lehrer verlassen können. Der 14-Jährige holt sich die gehörten Worte noch einmal zurück ins Gedächtnis und erkundigte sich bei den Eltern Kati und Heiko Hertel über Einzelheiten: "Es ist ja wie bei einem wichtigen Fußballspiel, wenn man mit sich zu tun und kein Auge für die Leute am Spielfeldrand hat."


Lucien Hertel gehörte am Wochenende zu den Jugendlichen, die in Gelenau ihre Jugendweihe feiern. Seit 2005 organisieren Jana Meinhold und Jan Neubert in ihrem Heimatort als Initiativgruppe und mit Unterstützung der Gemeinde den festlichen Akt. "Mit 35 Jugendlichen war 2017 unser Rekordjahr, das uns an die Grenzen des Machbaren geführt hat", erklärt Jan Neubert. Dabei sei die Gelenauer Jugendweihe auch ein echter Exportschlager geworden, da immer öfter Eltern auch aus anderen Gemeinden ihre Kinder bei ihnen anmelden. Dabei handle es sich um Ortschaften im unmittelbaren Umkreis, in denen die Jugendweihe nicht angeboten werde. "Wir organisieren mit viel Aufwand in erster Linie eine Feier für die Gelenauer Jugendlichen, ihre Eltern, Verwandten und Freunde", so Neubert.

Lucien Hertel besucht seit vier Jahren das Gymnasium in Einsiedel. Auch dort wäre die Jugendweihe für ihn eine Option gewesen. Doch die Bindung an seinen Heimatort und die Erinnerung an die Grundschulzeit dort waren für ihn ausschlaggebend. "Die Jugendweihe war auch unser erstes Klassentreffen", sagt er und lacht.

Gefeiert werde an diesem Abend, wenn auch nur mit den Großeltern und Bruder Fabien im kleinen Kreis. "Das richtige Fest fand schon am 1. Mai statt, als wir alle in meinen 14. Geburtstag hineingefeiert haben und ich das sehnlichst gewünschte Mountainbike bekommen habe", geht der Junge auf den Aspekt der Geschenke ein. Briefumschläge mit Geld für die Fahrerlaubnis in zwei Jahren seien dabei gewesen, auch am Jugendweihetag wartete noch die eine oder andere Überraschung auf ihn. Doch darin sieht Lucien Hertel nicht den eigentlichen Grund für die Jugendweihe: "Die Geschenke sind irgendwann vergessen, die Erinnerung an den festlichen Tag heute ganz bestimmt nicht."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...