Schultheater: Kritik und Tipps von den Profis als Feuertaufe

Ehe die Kinder und Jugendlichen Ende März ihr Können im Schauspielhaus Chemnitz präsentieren, mussten sie ihre Stücke unter den Augen einer Fachjury spielen. Das ist aufregender Test und Bestätigung zugleich. Mit dabei ist auch die Eliteschule des Wintersports.

Chemnitz/Oberwiesenthal.

Sie befassen sich mit ernsten Themen wie dem Tod, Konfliktbewältigung und Leistungsdruck oder mit einer vordergründig heiteren, aber anspruchsvoll umzusetzenden Kriminalkomödie. Die Schultheatergruppen von der Lugauer Oberschule am Steegenwald, dem Carl-von-Bach-Gymnasium in Stollberg und der Eliteschule des Wintersports in Oberwiesenthal haben sich mit ihren Stücken für die 21. Schultheaterwoche in Chemnitz beworben und eine Einladung erhalten. Doch bevor sie vom 24. bis 29. März ihre Stücke auf den Profibühnen des Schauspielhauses präsentieren, musste eine Feuertaufe bereits bestanden werden: der Besuch der Jury.

Das vielköpfige Gremium ist in dieser Spielzeit von Darstellern des Hauses begleitet worden. Diesmal waren Mona Krueger aus dem Figurentheater sowie Lauretta van de Merwe und Philipp von Schön-Angerer aus dem Schauspielensemble dabei. "Unsere Darsteller geben den Schülern Tipps oder machen etwas vor. Für die Schüler ist das eine große Bestätigung", sagt Theaterpädagogin Heike Vieth, die mit der Jury unterwegs war. Bestätigung ist ohnehin das Stichwort für den Jurytermin an der Schule. "Es geht nicht im Perfektion", betont Vieth. Daher sei es schade, dass sich manches Schultheater nicht traue, sich für die Schultheaterwoche zu bewerben.

Zu Beginn eines solchen Besuchstermins steht die Vorstellung der Jury, ehe die Schüler mit einer Reihe Fragen konfrontiert werden: Wie ist die Struktur der Gruppe? Wie ist das Arbeitsumfeld in der Schule? Wer betreut die Gruppe? Wie ist das Stück entstanden? Warum wird gerade dieses Stück gespielt? Wer sind die Figuren im Stück und welche Rolle spielen sie für die Stückentwicklung? "Dann wollen wir natürlich möglichst viel sehen", sagt Vieth. "Am liebsten ist es uns, wenn das Stück schon fertig ist, das ist aber nicht immer der Fall." So waren in Stollberg die einzelnen Szenen bereits fertig, nicht aber die Übergänge.

"Wir besprechen das Gesehene mit den Schülern, üben Kritik, geben Anregungen und auch Aufgaben", sagt Vieth. "Manchmal entwickeln sich zwischen den Profidarstellern und den Schülern richtige Fachsimpeleien", ergänzt Vieth. Die Gespräche nach dem Spiel dauern laut Vieth bis zu eine Stunde lang. Das Fachsimpeln mit dem Profidarsteller musste in Lugau krankheitsbedingt ausfallen. "Dafür hat die Theaterpädagogin Denise von Schön-Angerer viele Anregungen zu einzelnen Szenen gegeben und Tipps zum emotionalen Spiel", berichtet Gruppenleiterin Nora Jahn. "Die Mädchen waren sehr aufgeregt, aber auch voller Begeisterung und haben sich in jede Übung gestürzt."


Carl-von-Bach-Gymnasium

Die Stollberger Schüler zeigen "Du, sag mal!"(40 Minuten) von der Schülerin Lina Gelbrich.

In dem Jugendstück werden Themen wie Toleranz, Konfliktbewältigung oder Leistungsdruck thematisiert.

Das selbst erarbeitete Stück beinhaltet laut Jurymitglied Heike Vieth zahlreiche Ideen, die in vielen Szenen umgesetzt werden. "Zum Zeitpunkt des Jurytermins war noch nicht absehbar, wie das Stück mal enden wird", sagt Vieth. "Wir kennen die Gruppe aus dem vorigen Jahr und wissen, dass sie sich schwierigen Themen zuwendet. Dass eine Schülerin das Stück geschrieben hat, war auch ein Faktor für die Einladung."

Die Aufführung wird am Donnerstag, 28. März, im Ostflügel des Schauspielhauses Chemnitz gezeigt.


Das zeigt die Eliteschule des Wintersports

Die Schüler der Eliteschule des Wintersports in Oberwiesenthal zeigendie Krimialkommödie "Mord - streng biologisch" (75 Minuten).

Mit dem leicht bearbeiteten Stück von Christine Steinwasser bleibt sich die Gruppe treu und wagt sich erneut an eine Komödie. "Das Schultheater hat ein Komödienfaible und konnte schon 2015 in dem anspruchsvollen Genre überzeugen", sagt Jurymitglied Heike Vieth.

Sie betont, dass Komödien eine besondere Herausforderung seien. Es sei schwierig, jemanden zum Lachen zu bringen. "Das Stück macht Spaß, weil die Gruppe echte Typen darstellt", sagt Vieth.

Die Aufführung wird am 27. März um 18 Uhr auf der Bühne des Figurentheaters im Schauspielhaus gezeigt.

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