Schweigemarsch trifft auf Protest-Kundgebung

Zwei Demonstrationen führen am Samstag durch Annaberg-Buchholz. Es geht vor allem um das Thema Abtreibung.

Annaberg-Buchholz.

Hunderte Demonstranten werden am Sonnabend in Annaberg-Buchholz erwartet. 14.30 Uhr beginnt auf dem Parkplatz gegenüber dem Erzgebirgsklinikum der zehnte Schweigemarsch für das Leben, der vom Verein Lebensrecht Sachsen veranstaltet wird. Dieser richtet sich unter anderem gegen Abtreibungen. Die Initiative Pro Choice Sachsen kündigt Protest an. Dieser soll als Demonstration in Hör- und Sichtweite zum Schweigemarsch erfolgen. Zudem wird es ab 11.30 Uhr ein feministisches Straßenfest auf dem Annaberger Markt geben. Verkehrsteilnehmer müssen sich laut Landratsamt auf erhebliche Behinderungen einstellen. Auch im Busverkehr wird es Einschränkungen geben.

Nach Angaben der Behörde sind beide Veranstaltungen "versammlungsrechtlich beschieden und können stattfinden". Dafür wird etwa der Markt von 10.30 bis 20 Uhr gesperrt. Ebenso würden operative Sperrungen der Demonstrationsstrecken durch die Polizei erfolgen. Der Schweigemarsch führt vom Klinikum über die B 95, die Geyersdorfer Straße, die Lindenstraße, die Ernst-Roch-Straße und die Große Kirchgasse zum Unteren Kirchplatz. Die Gegendemonstration beginnt 13.30 Uhr am Markt und läuft unter anderem über die Wolkensteiner und die Ernst-Schwerdtner-Straße zur B 101 und zur Feldschlößchen-Kreuzung sowie zurück über die Adam-Ries- zur Geyersdorfer Straße, Großen Kirchgasse und zum Markt.


Beide Seiten kritisieren auf unterschiedliche Weise die Abtreibungspraxis in Deutschland, die mit den Paragrafen 218 und 219 im Strafgesetzbuch geregelt ist. Schwangerschaftsabbrüche sind demnach im Allgemeinen strafbar und nur unter bestimmten Voraussetzungen straffrei. In diesem Jahr hat der Bundestag zudem für eine Neufassung des Paragrafen 219 a, der das Werbeverbot regelt, und damit eine Verbesserung der Information über Schwangerschaftsabbrüche gestimmt. Dadurch werden etwa Ärzte und Kliniken öffentlich ohne Risiko der Strafverfolgung darüber informieren dürfen, dass sie solche durchführen. Geschehen soll das durch einen Hinweis auf Informationsangebote neutraler Stellen. (aho)

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