So schwer trifft der Teil-Lockdown das Kunsthandwerk im Erzgebirge

Monatelang wurde in vielen erzgebirgischen Unternehmen für den Verkauf auf Weihnachtsmärkten vorproduziert. Die damit geplanten Einnahmen brechen nun weg. Es ist an der Zeit, Hilfen auszuweiten, lautet eine Forderung. Und die kommt nicht nur von den Kunsthandwerkern.

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77 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    0
    uwe1963
    27.11.2020

    Es ist sicher nicht nur Schlitzohrigkeit im Spiel. Es ist eben nicht damit getan die "Männeln" in eine Kiste zu packen und dann einfach im kommenden Jahr zu verkaufen. Es müssen Löhne, Strom, Rohstoffe bezahlt werden. Die Zulieferer werden bestimmt nicht warten wollen, bis man im kommenden Jahr vielleicht etwas verkauft. Onlineverkauf will auch organisiert werden und ist aufwändig, grade bei kleinen Herstellern mit wenigen Mitarbeitern stelle ich mir das nicht so einfach vor. Aber aus der schönen warmen Wohnung sieht das alles einfach aus.

  • 3
    2
    435200
    26.11.2020

    @Neouser: Ich bin voll bei Ihnen, und Sie schreiben es ja auch direkt: "Es trifft alle Genannten".

    Ich würde mir hier vom Journalismus - neben der Freien Presse sind hier alle Print-, Audio- und Videomedien in der Pflicht - auch eine Berichterstattung über "ALLE GENANNTEN" wünschen.
    Es ist leider so, dass i.d.R. nur über diejenigen berichtet wird, deren Lobbyverbände am Lautesten schreien. Frau Hartges und Herr Klein von der DEHOGA die nur fordern fordern fordern. Busunternehmer, etc.

    Die Pandemie trifft aber auch jede Menge Beschäftigte in ALLEN Branchen, Friseure, Physiotherapeuten, produzierendes Gewerbe, Zulieferbetriebe, ganz besonders im Gesundheitswesen und in der Pflege u.a.m. Wo ist deren Lobby? Wer berichtet über diese Menschen?
    Ganz zu schweigen von den direkt von der Krankheit betroffenen Familien, deren Angehörige auf einer ITS liegen oder gar verstorben sind.
    Was man hier aber liest und hört ist nur Gastro oder wie wenig Spaß das Einkaufen macht.

  • 7
    3
    neuhier
    26.11.2020

    Da muss man sich halt was einfallen lassen: Online Verkauf, Läden sind ja auch geöffnet, ab-Werk Verkauf etc. Viele wollen es sich schön zuhause machen, wenn sie vermehrt zuhause sind. Das kann soch sicher ausgenutzt werden. Flexibilität ist das Zauberwort.

    ich wundere mich auch ein bisschen, weil nämlich Branchen wie: Pflanzenhandel oder auch Modellbahnzubehör gerade massiv boomen. Aber vielleicht wissen die auch, wie es geht?!

  • 12
    1
    Neouser
    26.11.2020

    Es ist schlimm, wie hier Äpfel mit Birnen verglichen und die Betroffenen gegeneinander abgewogen werden. Es trifft alle Genannten. Jeden auf seine eigene Art und Weise und wir sollten einmal aufhören, alles so zynisch zu kommentieren und aus der eigenen Sichtweise ab- oder aufzuwerten. Das Erzgebirge in seiner Vielfalt lebt gerade durch seine besonders aufopferungsvollen Menschen und das in der Kunst UND im Gesundheitswesen UND in der Gastronomie.

  • 23
    14
    TWe
    25.11.2020

    Natürlich ist es akuell schwer für die Branche.

    Die Forderung nach Zuschüssen ist allerdings schon ein bisschen abwegig. Wie soll das funktionieren? Der Staat kompensiert heute die Umsatz-Ausfälle für nicht verkaufte Männeln. Der Männel-Macher legt die nicht verkauften Männeln ins Lager, verkauft diese im kommenden Jahr und bekommt dafür Geld von seinen Kunden. Nach meiner Rechnung kassiert er in einem solchen Szenario 2x (1x vom Staat und 1x vom Kunden). Welche Kosten mit den geforderten Zuschüsse gedeckt werden sollen, darüber schweigen sich die Männelmacher aus. Personalkosten sind es jedenfalls nicht, denn die Mitarbeiter sind ja in Kurzarbeit.

    Die Männelmacher sind im Übrigen gerade nicht mit Gastronomie und Hotellerie zu vergleichen. Diese Branche hat nämlich nicht die Möglichkeit, Lagerbestände im kommenden Jahr zu verkaufen.

    Bei aller Verzweiflung, in den Forderungen steckt auch ein gutes Stück erzgebirgige Schlitzohrigkeit.

  • 40
    33
    435200
    25.11.2020

    Stellt euch mal vor, das ganze medizinische Personal würde SOS funken, weil zur Adventszeit aus ganz Deutschland Busse mit unzähligen "Lichtelfahrt"-Touristen quer durch das Land gefahren sind und sich maskenlos die Gesichter an den Busfenster plattgedrückt haben. Weil Menschenmassen glühweinselig mit blinkenden Kitsch-Weihnachtsmützen über die traditionelle Weihnachtsmärkte drängeln (natürlich ohne MNS, weil der Glühwein muss ja irgendwie aus der Tasse raus), dazu schön in die Gegend husten (es ist ja manchmal auch kalt draußen). Und hinterher würde man sich wieder über steigende Infektionszahlen wundern. Da würden Gastronomie, Hotellerie, Busunternehmen, Männelmacher etc. dann auch nicht HIER schreien, aber erst mal ganz laut fordern.

    Die Berichte über die Sorgen der "Luxusbranchen" sind natürlich viel interessanter als Meldungen über den Ablauf auf Intensivstationen. Nach Monaten hat gestern abend der Sachsenspiegel endlich mal ein paar Minuten die dortige Situation gezeigt.

  • 48
    10
    Biene62
    25.11.2020

    Den kleinen Handwerksbetrieben wird kaum geholfen die so schon gegen Ware aus Fernost zu kämpfen haben,aber Lufthansa und die Autobranche die über Jahre fette Gewinne gemacht haben werden mit Milliarden geholfen.das ist ungerecht und versteht keiner.