Spielplatz bereichert Greifensteinplateau

Sie war schnell eingenommen: die neue Burg, die an alte Zeiten erinnert. Denn Kinder und Eltern sind gleichermaßen begeistert vom Areal für die Jüngsten. Nur Hexe Schlotterknie fehlte.

Ehrenfriedersdorf.

Da hat Hexe Schlotterknie echt was verpasst. Sie war mit ihrem Besen in den Harz geflogen und konnte deshalb nicht bei der Eröffnung des neuen Abenteuerspielplatzes auf dem Greifensteinplateau dabei sein. Kurzerhand hatte Ehrenfriedersdorf Bürgermeisterin Silke Franzl mit den Stadträten diese Aufgabe übernommen. Viele Worte musste sich auch gar nicht machen, viel zu groß war der Tatendrang der Kinder. Sie wollten vor allem die neue Burg zu besetzen. Eine solche hat es an den Greifensteinen schon einmal gegeben. Allersdings ist sie schon seit einigen Hundert Jahren verschwunden.

"Burgherren" sind nunmehr keine Ritter oder Vögte, sondern die Kinder. Die neue Burg ist Bestandteil eines attraktiven Abenteuerspielplatzes. Angesichts der vielen Spielmöglichkeiten, die der Platz zu bieten hat, wussten einige Mädels und Jungs gar nicht, welches Spielgerät sie zuerst in Besitz nehmen sollten. Schließlich verfügt das urig gestaltete "Schloss" neben vielen Klettermöglichkeiten noch über eine Röhrenrutsche, gibt es eine Nestschaukel, Balancierhölzer, ein Trampolin und allerlei Spieltiere. Ein nachgestalteter Felsen mit "Stolln" erinnert an die nahegelegene Stülpnerhöhle. "Die Übergabe ist für uns eine Herzensangelegenheit", so Silke Franzl. Und: Was lange währt, wird gut. Denn von der Planung des Objektes bis zur Freigabe hat es fast drei Jahre gedauert. Die Idee dazu hatte aber schon länger im Raum gestanden.

Die Kosten für den attraktiven Spielplatz liegen ihren Angaben zufolge bei 160.000 Euro. Die Mittel sind zu 80 Prozent über das Leaderprogramm Region Zwönitztal-Greifensteine gefördert worden. Nicht mit gerechnet seien in der Summe die Leistungen des städtischen Bauhofes, dessen Mitarbeiter unter anderem eine originelle Umzäunung gebaut haben. Die Bürgermeisterin sprach von einer guten Zusammenarbeit mit allen Behörden und Firmen, verwies aber zugleich auf einem hohen bürokratischen Aufwand. So hatte beispielsweise auch das Amt für Archäologie ein Wörtchen mitzureden. Denn Heimatfreunde hatten vor Jahrzehnten mittels Funden, unter anderem von Scherben und Knochen, den einstigen Bestand der bis dahin umstrittenen Burg nachgewiesen.

Doch nun sind sich Verantwortliche und Besucher einig, dass das ohnehin attraktive Areal der Greifensteine als Naherholungsgebiet mit dem Spielplatz aufgewertet wird. Mehr Familienfreundlichkeit in einer schönen Umgebung mit einer naturnahen Gestaltung zu schaffen, war das Anliegen der Verantwortlichen der Bergstadt. "Und das ist richtig gut gelungen", sagte Robert Oehme. Er ist mit seiner Familie oft in der Region zu Gast. "Die Greifensteine sind vielleicht so was wie unser Hausberg", betonte er schmunzelnd. Eher selten an den Greifensteinen unterwegs ist Falk Adner. "Wir haben über Facebook von der Einweihung erfahren, und es ist hier alles richtig schön angerichtet", sagte der Zwönitzer.

Auch Loreen Zschau war von der Anlage begeistert. "Allerdings war es in bisher hier auch etwas mau mit den Spielmöglichkeiten. So ein Abenteuerspielplatz hat gefehlt", schätzte die junge Frau aus Auerbach ein. Silke Franzl machte deutlich, dass der Spielplatz auch eine Ergänzung zum Kletterpark sein soll: "Hier finden die Kinder Beschäftigung, die auf Grund ihres jungen Alters den Park noch nicht nutzen dürfen, während sich ihre größeren Geschwister oder Eltern durch die Baumwipfel schwingen."

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