Stadtrat vergibt erste Aufträge für Junioren-Weltmeisterschaft

Der Zeitplan ist knapp. Bis zum nächsten Winter müssen alle Anlagen für den internationalen Wettbewerb in Oberwiesenthal funktionstüchtig sein. Doch noch ist nicht alles in der Spur.

Oberwiesenthal.

Das Kabinett in Dresden hat vorgelegt: 1,62 Millionen Euro hat die sächsische Staatsregierung in dieser Woche zusätzlich für die geplanten Baumaßnahmen zur Vorbereitung der Junioren-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Oberwiesenthal bereitgestellt. Unter anderem, um die erhöhten Baukosten zu decken, die sich bei den Planungen für den vom internationalen Skiverband FIS geforderten Fußgänger- und Rettungstunnel ergeben haben. So sind beispielsweise aus den ursprünglich diskutierten rund 80 Metern Länge mittlerweile 125 Meter geworden.

Da der Zeitplan für das gesamte Projekt Junioren-Weltmeisterschaft knapp bemessen ist - bis zum nächsten Winter müssen alle Anlagen funktionstüchtig sein - sollten die Mitglieder des Stadtrates noch am gleichen Tag nachziehen und die ersten Bauaufträge für den Tunnelbau vergeben. Doch dieser Plan ist nicht ganz aufgegangen - auch aufgrund der Terminüberschneidung mit der Nominierungsveranstaltung des CDU-Ortsverbandes für die Kommunalwahl. So konnten letztlich nicht alle Punkte der Tagesordnung abgearbeitet werden, da das Gremium ohne die CDU-Räte nicht mehr beschlussfähig war. Zuvor war deren Antrag, die zwei letzten der insgesamt fünf Vergabepunkte von der Tagesordnung zu streichen, mehrheitlich abgelehnt worden.

Grund für den Änderungsantrag und für die spätere Zurückhaltung bei den Beschlüssen: Sie sehen sich zu wenig informiert. "Die Junioren-Weltmeisterschaft 2020 ist für uns Oberwiesenthaler ein besonderer Höhepunkt. Deshalb möchten wir die Vorhaben ungern halbherzig bewerten und Entscheidungen auf fundierten Informationen treffen können ... Deshalb hätten wir uns in Vorbereitung auf diese Beschlusstagung über fundierte Informationen wie Baupläne, Bauabläufe, Planungsstände und Finanzierungspläne gefreut", sagt Jens Ellinger.

Dem Vorwurf fehlender Informationspflicht hielt Bürgermeister Mirko Ernst (FDP) entgegen, dass in der Vorbereitungswoche auf die Ratssitzung jedes Ratsmitglied die Möglichkeit zur Einsichtnahme in alle relevanten Unterlagen habe. Diese Möglichkeit sei aber nicht genutzt worden. Vom Abbruch der Sitzung betroffen waren auch die anwesenden Gäste, da damit auch der Punkt Anfragen der Einwohner weggefallen ist.

Nachgeholt werden soll die Sitzung mit den noch ausstehenden Beschlüssen nun am 21. März - ebenfalls im Kulturzentrum K 3. Die CDU ihrerseits will nun "umgehend die Einsichtnahme aller relevanten Unterlagen im Rathaus beantragen". Unterdessen sind die Planungen für die Zufahrt zu den Schanzenausläufen sowie die ersten Arbeiten für den Tunnelbau mehrheitlich vergeben worden. In der Wiederholungssitzung sind dann auch die Anfragen der Einwohner mit vorgesehen. Die ebenfalls öffentliche Sitzung beginnt 19 Uhr.

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