Statt Annaberger Weihnachtsmarkt: Essen zum Mitnehmen und kleine Stände von Händlern in der Innenstadt

Die Große Kreisstadt will Geschäften und Gastronomen im Zentrum eine abgespeckte Variante des Verkaufs ermöglichen

Die Idee soll Unternehmen unterstützen und weihnachtliches Flair schaffen - Sie stößt sowohl auf Kritik als auch auf Zustimmung

Der Wegfall des Weihnachtsmarktes und damit einhergehende Umsatzeinbußen für Händler und Gastronomen haben die Stadt Annaberg-Buchholz zu einer weiteren Idee veranlasst. Neben der bis Jahresende ausgesetzten Sondernutzungsgebühr für die Nutzung öffentlicher Freiflächen sollen Gastronomen vom 27. November bis 31. Dezember weihnachtsmarkttypische Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten dürfen - während der innerstädtischen Geschäftsöffnungszeiten vor ihren Ladenlokalen an kleinen Verkaufsständen, wie es in einer Mitteilung heißt. Voraussetzung sei ein Angebot "to go". "Das heißt konkret, dass Getränke und Speisen nicht unmittelbar am Verkaufsstand verzehrt, sondern lediglich mitgenommen werden dürfen. Das Geschirr für die Ausgabe von Speisen und Getränken soll aus biologisch abbaubarem, kompostierbarem Material bestehen", so Mandy Daxecker von der Stadtverwaltung. Im sozialen Netzwerk Facebook hat die Ankündigung Kritik, aber auch Zustimmung ausgelöst. Dort heißt es etwa: "Da kann man aber auch gleich den Weihnachtsmarkt stattfinden lassen". Oder: "Man sollte doch auch mal anerkennen, dass sich Leute immer wieder bemühen und sich Gedanken machen, doch etwas Weihnachtsflair aufkommen zu lassen."

Innerstädtische Händler sollen ebenfalls die Möglichkeit bekommen, ihre Waren vor den Geschäftslokalen an kleinen Ständen anzubieten, "soweit dies die Platzverhältnisse vor dem Geschäft zulassen". Ein weiterer Punkt: Der Citymanager vermittele bereits Kontakte zwischen interessierten Händlern und Hauseigentümern leer stehender Geschäfte. "Damit bietet sich die Möglichkeit, Waren in sogenannten Pop-up-Stores anzubieten", heißt es weiter. Dabei handele es sich um ein kurzfristiges und provisorisches Einzelhandelsgeschäft, das vorübergehend in leerstehenden Geschäftsräumen betrieben wird. Mit diesen Maßnahmen versuche die Stadt Unternehmen zu unterstützen und weihnachtliches Flair in der Innenstadt zu schaffen, gemäß dem Motto: "Die ganze Stadt ein Weihnachtsberg". Das Konzept unterliege strengen Hygienevorschriften im Hinblick auf die Corona-Pandemie, die unbedingt einzuhalten seien. Alle geplanten Maßnahmen stehen außerdem unter dem Vorbehalt der Corona-Verordnung für Dezember.

Die Stadt macht außerdem darauf aufmerksam, dass an den diesjährigen Adventssonntagen keine Sonntagsöffnung im Einzelhandel stattfinden kann. Ladeninhaber hätten aber die Möglichkeit, statt der verkaufsoffenen Sonntage die gesetzlich mögliche verlängerte Öffnungszeit bis 22 Uhr an den Adventssamstagen zu nutzen. Die Stadt würde auch für die Vermarktung des Angebotes der erweiterten Öffnungszeiten unterstützend zur Seite stehen. Händler und Gastronomen, die sich für das neue Angebot interessieren, können sich bei Christian Eberhardt über die Rahmenbedingungen informieren: Kontakt: christian.eberhardt@annaberg-buchholz.de, Telefon: 03733 425 282.

22 Kommentare
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  • 24
    6
    Mildenauer
    20.11.2020

    Einerseits verabschieden Bundes - und Landesregierung Verfügungen, die bewirken sollen, dass die Bürger zu Hause bleiben um Menschenansammlungen zu meiden und Kontakte zu verringern. Andererseits möchte man auf lokaler Ebene die Innenstädte beleben. Die Logik ist in den letzten Wochen auf der Strecke geblieben.

  • 22
    12
    Arezo
    20.11.2020

    Das finde ich sehr gut.
    Ich begreife sowieso nicht warum Weihnachtsmärkte verboten sind aber unsinnige Demonstrationen genehmigt werden.
    Wir Erzgebirge brauchen Bräuche in der dunklen Jahreszeit vor allem für die Seele.
    Eine schöne Zeit allen!