Steine im Fluss werfen Fragen auf

In den Hochwasserschutz in der Wilisch ist kräftig investiert worden. Doch in Herold sind schon wieder Schäden aufgetreten. Was sagt die Landestalsperrenverwaltung?

Herold.

Der Wilisch sieht man in diesen Frühlingstagen nicht an, wozu sie fähig ist: Derzeit plätschert sie friedvoll durch Herold. Doch der insgesamt fast 18 Kilometer lange Nebenfluss der Zschopau kann auch ganz anders, das hat er im Laufe der Jahrzehnte immer wieder gezeigt. So etwa 2013, als das Hochwasser auch in Herold wütete und danach ein Millionenbetrag investiert wurde, um Schäden an Ufermauern und Brücken zu beseitigen. Jedoch bröckelt es im Fluss teilweise schon wieder. Deutlich wird das im Bereich der Rauhgassenbrücke: An einer Uferseite sind Steine abgerutscht, mitten im Wasser liegt ein großer Brocken. Im Gespräch mit "Freie Presse" sorgt sich ein Anwohner der Dorfstraße um die Sicherheit des Abschnitts, falls wieder ein Hochwasser kommt. Doch wie kann es sein, dass schon nach relativ kurzer Zeit solche Schäden auftreten?

Die Ursache, zumindest für einen Teil der Schäden, ist offenbar bei einem weiteren Hochwasserereignis zu suchen. Bei starken Abflüssen an der Gewässersohle könne dem Steinsatz an der Böschung das Fundament entzogen werden, heißt es auf Anfrage dazu aus der Landestalsperrenverwaltung. "Dadurch kann es zum Nachrutschen auch sehr großer Wasserbausteine kommen", sagt Sprecherin Katrin Schöne. Die mögliche Schlussfolgerung, dass da nicht sachgemäß gearbeitet wurde, weist Schöne zurück: "Bei Gewässerbaumaßnahmen werden Annahmen über die zu erwartenden Belastungen im Gewässers getroffen und mit diesem Ausbauziel umgesetzt. Niederschlagsmengen, wie hier während des Augusthochwassers 2018, waren nicht absehbar und überstiegen den Ausbaugrad der Wasserbaumaßnahme."

Wann wird nun repariert? Die Landestalsperrenverwaltung ist bestrebt, so die Sprecherin, mit dem Beseitigen der Schäden nahe der Rauhgassenbrücke in diesem Jahr zu starten. Kleinere Schäden von 2018 - überwiegend Treibgut sowie eine Sohlausspülung ebenfalls in Herold - habe die Flussmeisterei Annaberg bereits in Eigenleistung behoben. Weitere Schäden aus dem Augusthochwasser 2018 seien aktuell nicht bekannt. "Im Zuge der laufenden Gewässerunterhaltung und naturnahen Entwicklung an der Wilisch", so Katrin Schöne, "sind jedoch auch in den nächsten Jahren noch weitere Arbeiten erforderlich."

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