Sturmtief Yulia: Baum stürzt auf Haus in Schlettau

Die freiwilligen Feuerwehren im Erzgebirgskreis sind bis Montagmorgen zu 43 Einsätzen ausgerückt. Im Bergland sind auch in der Nacht zu Dienstag noch einmal schwere Sturmböen möglich.

Annaberg-Buchholz.

Das Sturmtief Yulia hat die freiwilligen Feuerwehren im Erzgebirgskreis am Sonntagabend und in der Nacht zu Montag in Atem gehalten. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands rückten sie zu 43 Einsätzen aus - meist wegen umgestürzter Bäume. Am umfangreichsten sei ein solcher Einsatz in Schlettau gewesen, wo ein großer Laubbaum auf ein Haus gestürzt ist. Die freiwilligen Feuerwehren Schlettau und Buchholz rückten unter anderem mit einer Drehleiter aus, um die Lage in den Griff zu bekommen. In Erlabrunn musste nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbandes Erzgebirge zudem eine größere Fichte von der Zufahrt zum Klinikum beräumt werden.

Insgesamt hat "Yulia" in Sachsen aber nur geringe Spuren hinterlassen. "Uns sind keine größeren Schadensereignisse bekannt", sagte ein Sprecher im Lagezentrum des Innenministeriums am Montagmorgen. Vereinzelt seien Bäume umgestürzt, vor allem im Vogtland. Verletzte seien nicht gemeldet worden, ebenso wie größere Straßensperrungen. In Leipzig drohte am Sonntagabend ein Baugerüst in der Prager Straße durch den Wind umzustürzen. Die Feuerwehr habe die Straße gesperrt und die Konstruktion gesichert, sagte ein Polizeisprecher. In Hirschfeld erfasste der Wind am Abend den Anhänger eines Kleintransporters. Beide stürzten um, der Schaden fiel laut einer Mitteilung der Polizei aber nur gering aus.

Laut Deutschem Wetterdienst sind auch am Montag auf dem Fichtelberg zunächst noch Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 65 bis 85 Kilometer pro Stunde möglich - "im Vormittagsverlauf abflauend, am Abend aus Südwest wieder zunehmend", heißt es weiter. In der Nacht zu Dienstag sei verbreitet wieder mit auflebendem Wind mit starken Böen um 55 Kilometer pro Stunde zu rechnen. Im Bergland seien dann Sturmböen mit Geschwindigkeiten um 85 Kilometer pro Stunde möglich, auf dem Fichtelberg schwere Sturmböen mit Geschwindigkeiten um 100 Kilometer pro Stunde.

Schäden auch  in Breitenbrunn

Der Sturm am Sonntagnachmittag hat auch die Breitenbrunner Feuerwehr beschäftigt. Gleich zu vier Einsätzen wurden die Männer um Feuerwehrchef Gunar Escher gerufen. So versperrte beispielsweise die Krone eines Baumes für kurze Zeit die Zufahrt zu den Kliniken Erlabrunn. "Den Baumstamm hatte es halbiert, die Krone war runter gebrochen. Er drohte, weiter zu reißen. Wir mussten ihn in Stücken abtragen", erklärt Escher. Dafür eilten den Breitenbrunnern die Schwarzenberger Kollegen mit ihrer Drehleiter zu Hilfe. Zudem wurden die Retter zweimal alarmiert, um umgestürzte Bäume von der Zufahrt zum Rabenberg zu beräumen.  (aho/dpa/matu)

Messwerte des Stationsmessnetzes des Deutschen Wetterdienstes vom 23. bis 24. Februar, 7 Uhr

Messstation

Windspitze in km/h

Niederschlag in Liter/Quadratmeter

Leipzig Flughafen

90

6,6

Leipzig-Holzhausen

74

6,7

Oschatz

100

11,0

Dresden Flughafen

88

13,4

Hoyerswerda

78

21,8

Görlitz

84

19,5

Plauen

75

5,6

Carlsfeld (Westerzgebirge)

81

15,1

Chemnitz

85

8,3

Fichtelberg

133

////

Zinnwald (Osterzgebirge)

92

17,0

Lichtenhain (Sächs. Schweiz)

102

11,5

Nossen

85

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Bertsdorf-Hörnitz (bei Zittau)

76

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Lichtentanne (bei Zwickau)

84

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