Talkrunde im Rathaus: Promis plaudern aus dem Nähkästchen

Moderatorin Christine Streich lässt bekannte Scheibenberger erzählen. 75 Besucher werden köstlich unterhalten.

Scheibenberg.

Als "Prominente" wollen sich die drei Scheibenberger selbst nicht bezeichnen, weder Krimiautor Andreas Schieck, noch Skisprungtrainer Peter Grundig und erst recht nicht Musiker und Holzbildhauer Peter Rehr. Aber wenn schon einmal eine bekannte Scheibenbergerin, Moderatorin, Schauspielerin und Model Christine Streich ganz lieb bittet, doch mitzumachen bei ihrem Format "Prominente zum Anfassen", sagten sie zu. Weder sie noch die 75 Besucher, die sich am Freitag in den Ratssaal zwängten, waren enttäuscht, sie erlebten vielmehr einen amüsanten Abend voller Informationen mit einer glänzend aufgelegten Gastgeberin und Gästen, die bereitwillig aus dem Nähkästchen plauderten.

Mit der mehr als flapsigen Bemerkung "ich hätte dich früher gern als Akt gemalt, ich weiß nicht, ob du das jetzt noch willst", schoss Peter Rehr den Vogel ab. Christine Streich, die Frau, die an einem Freitag den 13. das Licht der Welt erblickte, aber mehr auch unter keinen Umständen über ihr Alter verraten will, bereitete den Boden für die anderen. Sie ist eine waschechte Scheibenbergerin, wurde hier geboren, ging hier und in Annaberg-Buchholz zur Schule, krachte im Winter die Pisten hinunter, wurde Gebrauchswerberin, Model und Schauspielerin und begann noch zu DDR-Zeiten ihr Format "Prominente zum Anfassen... bei Christine zu Gast". Sie lebt in Rostock, kennt aber in ihrer Heimatstadt noch jeden Weg und Steg.

Aber Andreas Schieck lernte sie erst bei den Vorbereitungen zu diesem Abend kennen. Der hat beruflich mit Hightech zu tun, ist bei einem Leiterplattenhersteller Abteilungsleiter im Warenausgang. Privat begibt er sich aber auf Verbrecherjagd - als Krimiautor. "Ich schreibe Ermittlerkrimis, greife mir raus, was und wen ich sehe. Trotzdem wird sich kein Scheibenberger eins zu eins in meinen Büchern wiederfinden."

Mit Peter Grundig ging es in den Sport, zum Skispringen, denn der drahtige Scheibenberger sprang selbst mit und gegen Ulf Findeisen und Jens Weißflog, war Trainer des "Flohs vom Fichtelberg" und ist jetzt Landestrainer und leitender Stützpunkttrainer in Oberwiesenthal. "Nach ganz vorn hat es bei mir nicht gereicht", sagte Grundig, der dennoch ins westliche Ausland zu Wettkämpfen reisen durfte und Sport studierte. "Ich habe sowohl als Sportler als auch als Trainer wahnsinnige Ups und Downs erlebt, hatte mit Verletzungen zu kämpfen."

Peter Rehr sang zu jedem Talkgast ein passendes Ständchen und erzählte Anekdoten aus seinem Leben, bis die Augen der Besucher feucht wurden. Wie der kleine Peter von einem Sowjetsoldaten, der passenderweise Pjotr hieß, beim "Schwarzbefahren" erwischt und zu Hause abgeliefert wurde, wie er zum Drechseln und zur Holzbildhauerei und zum Malen kam, an dem "Riesenbohrturm" auf dem Scheibenberger Markt hat er auch seinen Anteil, aber viel zu wenige Episoden erzählte er von seiner Gaststätte "Petersburg", einem Künstler- und Lebenskünstlertreff mitten in der Stadt.

Der Abend dauerte mehr als zweieinhalb Stunden, die Zeit verging wie im Flug. "Das war sehr kurzweilig und interessant, obwohl es ziemlich lang ging, ich hatte nicht gedacht, dass so viele Leute kommen", gab der Scheibenberger André Martin eine treffende Einschätzung.

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